Jahresversammlung : Wechsel an der Spitze der Wehr

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Zwei Dinge haben die jüngste Jahresversammlung der Feuerwehr zu etwas Besonderem gemacht. Da ist der Neubau der Feuerwache. „Es ist wirklich alles möglich“, stellt Wehrführer Werner Krohn mit Blick auf Versprechungen der Architekten und die kurze Planungszeit fest.

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08. Januar 2012, 21:12 Uhr

Denn am 23. Dezember ist der Bauantrag eingereicht worden. Krohn mutmaßte, dass die alte Halle im Februar oder März abgerissen und die neue Ende 2012 fertiggestellt werden könnte. „Und wenn alles ein bisschen länger dauert, dann halten wir unsere nächste Jahresversammlung eben nicht am ersten Sonnabend im Jahr, sondern eine Woche später im neuen Feuerwehrgerätehaus ab“, so der Wehrführer. Bürgermeisterin Barbara Ostmeier bekräftigte den Willen zum Neubau. „Finanziell, politisch und organisatorisch ist es eine Herausforderung“, so die Christdemokratin.

Besonders war die Jahresversammlung auch, weil der Wehrführer sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgab. (Mehr über Werner Krohn und seinen Abschied lesen Sie im nebenstehenden Artikel) Zu seinem Nachfolger wurde Axel Meyer gewählt, bisher Gruppenführer und Funkwart der Truppe. Das Vertrauen der Kameraden hat der Neue. Er wurde mit 31 Stimmen der 32 Anwesenden gewählt.

Die Verjüngung der Hetlinger Feuerwehrführung hörte damit nicht auf. Burghard Sparr gab das Amt des Gruppenführers ab. Zum Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Thomas Sparr gewählt. Jannick Kramer ist nun sein stellvertretender Gruppenführer und Christoph Eggers wurde zum neuen Funkwart gewählt. Die Zustimmung aus der Truppe ist groß, denn alle wurden mit 30 oder 31 Ja-Stimmen gewählt. „Wir müssen uns gegenseitig bei dem Umbruch helfen“, richtete der stellvertretende Wehrführer Holger Martinsteg einen Appell an die Kameraden.

In seinem Jahresbericht konnte Krohn von 18 Einsätzzen berichten. Ein Mittel- und sieben Kleinbrände beschäftigte die Wehr. Auffallend, dass die Hetlinger nur zweimal zu Feuern im eigenen Dorf gerufen wurden und sechs Alarmierungen aus den Nachbardörfern erhielten. Sechs technische Hilfeleistungen standen 2011 an, darunter zwei Verkehrsunfälle mit einer eingeklemmten sowie einer überfahrenen Person. „Das waren belastende Einsätze für die Kameraden“, sagte Krohn. In einem Fall half die Feuerwehrseelsorge, das Gesehene zu verarbeiten.

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber für Werner Krohn: Ein bisschen gedrängt werden musste Werner Krohn, als er 1984 in die Hetlinger Feuerwehr eintrat. „Wir haben Jahresversammlung und du kommst mit“, hatte zu ihm ein Kamerad gesagt. „Ich bin mit gemischten Gefühlen hingegangen und seitdem mit Herzblut dabei“, erklärte der scheidende Wehrführer.

Schnell übernahm Werner Krohn Verantwortung. 1986 wurde er Kassenwart, ein Jahr später auch noch Schriftwart und 1989 stellvertretender Gruppenführer. 1994 wählten ihn die Kameraden zum stellvertretenden Wehrführer und vier Jahre später löste er Uwe Hamkens an der Spitze der Truppe ab. Werner Krohn zieht sich also nach 14 Jahren als Wehrführer in die Ehrenabteilung zurück. „Ich konnte im vergangenen Jahr schon mal das Broteschmieren üben“, skizzierte er eine seiner zukünftigen Aufgaben in der Hetlinger Wehr.

Werner Krohn ist darüber hinaus auf höherer Ebene aktiv gewesen. Von 1988 bis 2000 war er Kreisausbilder im Kreisfeuerwehrverband und von 2008 bis 2011 Fachwart Ausbildung. Seit 1998 ist er Beisitzer im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes.

309 Einsätze habe die Wehr in den vergangenen 14 Jahren gefahren, bilanzierte Werner Krohn während der Jahresversammlung. 44101 Stunden leistete die Truppe Dienst. „Wir haben 21 Kameraden in die Wehr aufgenommen, allerdings sind auch 23 ausgetreten“, sagte er. Der Wehrführer konnte während seiner letzten Jahresversammlung mit Nina Körner und Vanessa Wrage erstmals zwei weibliche Anwärter begrüßen. „Klasse, dass das Eis jetzt in Hetlingen gebrochen ist“, kommentierte der Kreiswehrführer Bernd Affeldt. Der hatte noch eine Überraschung für den scheidenden Wehrführer. Für seine Verdienste überreichte er zusammen mit dem stellvertretenden Wehrführer Holger Martinsteg das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber an Werner Krohn.

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