zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 21:32 Uhr

Webers sind nicht mehr Koordinatoren

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit gestern leben in Heidgraben fünf Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan und Syrien, die vom Amt Moorrege der Gemeinde zugewiesen wurden. Eine Familie mit vier Kindern hatte im September am Eichenweg eine kommunale Wohnung bezogen, eine Familie war am 27. November eingetroffen und konnte eine privat zur Verfügung gestellte Wohnung an der Hauptstraße beziehen, die anderen drei Familien wurden nun in den Ferienhäusern, die am vergangenen Wochenende am Eichenweg aufgestellt worden waren, untergebracht.

Unter der Koordination von Rosemarie und Dirk Weber hatte sich im September ein ehrenamtliches Helferteam zur Flüchtlingsbetreuung gefunden. Aus der Betreuung der ersten Familie ergaben sich für die ehrenamtlichen Koordinatoren dringend zu klärende Fragen vor allem auch in Hinblick darauf, dass, wie in der vergangenen und in dieser Woche geschehen, vier weitere Flüchtlingsfamilien mit kleinen und jugendlichen Kindern unterzubringen und zu betreuen waren und sind. Rosemarie und Dirk Weber haben sich am 10. November schriftlich mit 14 Fragen an das Amt Moorrege gewandt, bislang aber keine Antwort erhalten. Vor diesem und dem Hintergrund, dass sie am Montag, dem 30. November, erst wenige Stunden vor der Ankunft von zwei Flüchtlingsfamilien, die vom Amt Moorrege in zwei der Ferienhäuser am Eichenweg gebracht wurden, erfahren hatten, haben sie nun die Koordination der Flüchtlingsarbeit in  Heidgraben niedergelegt. „Wir stehen weiter zur Verfügung, wenn Hilfe benötigt wird, aber man kann nicht alles auf Ehrenamtler abschieben“, so Dirk Weber.

Er und seine Frau sind enttäuscht, wie das Amt Moorrege bislang auf die Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen in Heidgraben reagiert hat. „Wir hatten keine Information, dass am 30. November zwei Flüchtlingsfamilien hier ankommen. Wie sollen wir innerhalb weniger Stunden weitere Ehrenamtliche mobilisieren? Die meisten sind noch berufstätig oder haben anderweitige Verpflichtungen, wie wir auch. Man kann nicht auf Abruf stehen“, so Dirk Weber. Er und seine Frau hatten sich bereits in Tornesch mit viel Herzblut für die Flüchtlingsbetreuung engagiert, haben Sachspenden gesammelt und dann die Koordination in Heidgraben übernommen. Dass ihre und die Fragen des Helferteams, in welchem Umfang beispielsweise das Amt Moorrege die Wohnungen für die Flüchtlinge auszustatten hat, ob das Helferteam einen Raum im kommunalen Gebäude am Eichenweg für die Zwischenlagerung von Sachspenden nutzen kann oder wen das Amt als Dolmetscher zur Verfügung stellen könnte und wer die Kosten trägt, nach fast vier Wochen noch immer nicht beantwortet sind, empört die Webers. „So demotiviert man Freiwillige“, hatte Rosemarie Weber auf der Jahresversammlung ihres SPD-Ortsvereins zum Ausdruck gebracht.

Dort hatte sie das Thema angesprochen und Kritik an der Arbeit des Amtes Moorrege bezüglich der Organisation, Flüchtlingsbetreuung und Erstausstattung der Wohnung für die am 27. November angekommene Familie geübt. Nun will das Ehepaar nicht mehr den ehrenamtlichen Hut für Arbeiten aufhaben, die vom Amt erledigt werden müssten.

Einige Anfragen und Vorschläge des Ehepaares Weber, die unbeantwortet blieben / Umfangreiche Aufgaben der Ehrenamtlichen

Rosemarie und Dirk Weber hatten das Amt Moorrege in ihrem Schreiben vom 10. November auch um eine Informationsveranstaltung für ihr Helferteam zu allgemeinen und rechtlichen Fragen der Flüchtlingsbetreuung sowie um eine Vernetzung der sieben Gemeinden des Amtes zum Thema Flüchtlingsbetreuung gebeten. Auch einen Vorschlag für niedrigschwellige Vorträge für Flüchtlinge zu den Themen Mülltrennung und Abwasser hatte das Ehepaar Weber unterbreitet, ebenso wie den Vorschlag, die Startseite der Homepage des Amtes Moorrege um einen Menüpunkt „Migration und Flüchtlinge“ zu ergänzen.

Auch wollten die Webers ihren ehrenamtlichen Mitstreitern bei der Flüchtlingsbetreuung in Heidgraben die Frage beantworten, in welchem Umgang die Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingsbetreuung versichert sind.

Denn die Ehrenamtlichen fahren mit Flüchtlingen zu den ersten Einkäufen, zu Behörden, Ärzten, zum Sozialamt, zur Bank zum Einlösen der Checks, zu Kleiderkammern oder zur Uetersener Tafel, besorgen Schulsachen für die Kinder, melden sie in den Schulen an, holen ehrenamtliche Dolmetscher ab, beschaffen Fahrräder und weiteren Hausrat, nehmen die Anmeldung für Sprachkurse, Schule, KiTa, Sportverein vor und stellen Anträge zur Befreiung der Rundfunkbeitragspflicht.

zur Startseite

von
erstellt am 03.Dez.2015 | 20:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert