zur Navigation springen

50.000 Euro Defizit : Was wird aus der Stadthalle?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Verwaltung schlägt vor, den Betrieb trotz guter Auslastung einzustellen. Defizit von 50.000 Euro.

Uetersen | Sportvereine und Volkshochschule nutzen sie, ebenso Privatpersonen für Feiern und Veranstaltungen. Und nicht zuletzt die Awo hat in der Kleinen Stadthalle in Uetersen ihre Begegnungsstätte. Dennoch steht die Schließung der Halle im Raum. In einer Vorlage für die Sitzung des Finanzausschusses heute Abend empfiehlt die Verwaltung, den gegenwärtigen Betrieb einzustellen − „zur Gewährung der Haushaltskonsolidierung“.

Zu 61,54 Prozent war die Stadthalle im Jahr 2014 ausgelastet − an 32 Wochenenden gab es Veranstaltungen. Im vergangenen Jahr wurde die Auslastung auf 71,15 Prozent und 37 Wochenenden gesteigert. Hochzeits- und Geburtstagsfeiern, Weihnachts- und Ostermärkte sowie Konzerte und Theateraufführungen machen dabei den Großteil der sozialen Veranstaltungen aus. Hinzu kommen Trainingszeiten für Sportvereine, Angebote der Volkshochschule sowie derzeit Sprachkurse für Flüchtlinge. „Die Nachfrage zur Nutzung der Kleinen Stadthalle ist somit durchaus auch zukünftig vorhanden“, räumt die Verwaltung ein.

Dennoch: Einnahmen durch Benutzungsgebühren in Höhe von knapp 3000 Euro, stehen Kosten für Bewirtschaftung, Personal und Unterhalt von knapp 53.000 Euro gegenüber. Unter dem Strich bleibt also ein sattes Defizit. Und das trotz der laut Verwaltung eigentlich guten Auslastung.

Die Rosenstadt braucht Geld

13.000 Euro Ersparnis erwartet sich die Verwaltung von der Einstellung des Betriebs. Geld, das die Rosenstadt gut gebrauchen kann, steht sie doch unter dem Kieler Rettungsschirm. Der Konsolidierungsvertrag mit dem Land Schleswig-Holstein schreibt die Schließung zwar nicht vor, dennoch ist die Stadt in der Bringschuld, muss möglichst viel Einsparpotenzial nach Kiel melden.

Und die Politik? „Der Betrieb muss so sein, dass er nicht defizitär ist“, sagt Andreas Stief, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Uetersener Ratsversammlung. Seine Fraktion strebe eine Änderung der Nutzungssatzung an. Ziel müsse eine Kostendeckung sein. Stief spricht dabei offen von Gebührenerhöhungen.

So deutlich wird Grünen-Fraktionschef Thorsten Berndt nicht. Man müsse prüfen, wo sich die Einnahmesituation verbessern, wo Betriebskosten verringen ließen. „Wir haben grundsätzlich das Ziel, den Betrieb zu erhalten“, so Berndt. Auch die Sozialdemokraten sehen keine Veranlassung, den Betrieb einzustellen. „Die Halle soll für die Bürger da sein und wir sehen, dass sie intensiv genutzt wird“, sagt SPD-Ratsfrau Heike Baumann. Für Fraktionschef Ingo Struve wäre es zudem „wirtschaftlich unsinnig, das Gebäude leer stehen zu lassen.“ Die BfB war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Finanzausschuss tagt heute ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 02.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen