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Jahresversammlung : Was wird aus dem Gemeindeblatt?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Verwundert haben sich die Sozialdemokraten während ihrer Jahresversammlung im Haseldorfer Hof die Augen gerieben.

shz.de von
erstellt am 30.Nov.2011 | 21:00 Uhr

Die Tür ging auf und Bürger fragten, ob dies die Sitzung des gemeindlichen Sport-, Kultur- und Umweltausschusses sei. Anwesend waren auch die Sozialdemokraten Boris Steuer und Bianca Rehage, die Mitglieder im SKU-Ausschuss sind, aber nichts von einer Sitzung wussten.

Nachforschungen ergaben, dass die Ausschussvorsitzende Gisela Speer eingeladen hatte, allerdings nicht die Mitglieder des Gremiums. Geplant war eine Redaktionssitzung für die „Haseldörper Nochrichten“. Die Schaffung eines Mitteilungsblattes hatten die Gemeindevertreter während ihrer Frühjahrssitzung beschlossen. Nach dem Muster des „Hetlinger Boten“ sollen zukünftig die Haseldorfer informiert werden. Der Hetlinger Medienunternehmer Günther Nichts, der auch das Pendant aus dem Nachbardorf betreibt, ist mit dem Projekt beauftagt worden.

Christdemokraten sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden – auch mit CDU-Parteibuch – waren zu dem Treffen eingeladen worden, jedoch keine Genossen. „Wie diese Auswahl zustande kam, erschließt sich mir nicht“, schimpft Bianca Rehage. Manchem der Sozialdemokraten schwante, dass aus dem Gemeinde- ein CDU-Mitteilungsblatt werden könnte.

Dabei hatte der Fraktionsvorsitzende Boris Steuer zuvor von Entkrampfungen im Verhältnis zu den konservativen Gemeindevertretern berichten können. Früher habe es „viele Reibereien“ gegeben, heute spüre er „ein menschliches Miteinander“. Inhaltlich sieht dies allerdings anders aus. „Wo wir einer Meinung sind, etwa beim Kindergartenbau, da nimmt man uns gerne mit“, erklärt Steuer. Anders sieht das bei Diskussionen aus. „Da signalisiert man uns immer wieder, dass die CDU das allein regelt“, sagt der Fraktionschef. Das sei „frustrierend“.

Zum Knackpunkt könnte die SPD-Initiative zu einem Sozialnetzwerk werden. „Wenn man ehrlich ist, dann tut die Gemeinde wenig für ältere Menschen, außer hin und wieder ein bisschen Geld zu geben“, so Steuer. Die Genossen möchten die bestehenden Angebote im Dorf verbinden. „Das ist keine SPD-Sache, sondern Vereine, Parteien und Bürger sollen zusammenarbeiten, um die Lebenssituation von Senioren zu verbessern“, erläutert er. Mit Ausnahme der SKU-Vorsitzenden werde die Idee allerdings von den Haseldorfer Christdemokraten kritisch gesehen.

Haseldorf bekommt kommunales Bildungszentrum. Ein neues Feuerwehrfahrzeug wird von der Gemeinde Haseldorf demnächst angeschafft. „Dafür hat die SPD lange gekämpft“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Boris Steuer zufrieden während der Jahresversammlung im Haseldorfer Hof.

Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Hölck ging in seiner Rede auf das derzeit brachliegende Projekt des Betreuten Wohnens am Neuen Weg ein. „Diese grüne Wiese kostet die Gemeinde viel Geld“, erklärt er. 13000 Euro Zinsen müssten jährlich nach dem Rückkauf des erschlossenen Geländes gezahlt werden. „Das ist ziemlich genau die Summe, die durch die Steuererhöhung Anfang 2010 in den aktuellen Haushalt fließt“, so Hölck. Schulden in Höhe von 1,92 Millionen Euro hat die Gemeinde. An Zinsen und Tilgung müssten jährlich 90000 Euro gezahlt werden. Der Großteil der Kredite sei für den Neubau des Kindergartens aufgenommen worden. „Das ist gut angelegtes Geld“, so Hölck. Denn mit dem neuen Hort in Verbindung mit der Grundschule und der Turnhalle würde ein kommunales Bildungszentrum entstehen.

Lob gab es von Hölck für Sven Hauenstein, dem Vorsitzenden des Elternbeirates der Haseldorfer Grundschule. Der Haselauer hatte die Probleme um den Schulbus öffentlich gemacht und so dafür gesorgt, dass endlich an Lösungen gearbeitet wird. „Wenn man den Schulbusverkehr vernünftig ausgeschrieben hätte, wären diese Probleme erst gar nicht aufgetreten“, steht für den Spitzengenossen fest. Zum Beispiel hätte man festlegen müssen, welches Equipment zu benutzen ist und das der Fahrer Tariflohn bekommen muss. „Dann wäre so ein Billiganbieter gar nicht erst zum Zug gekommen“, so Hölck.

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