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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 07:39 Uhr

Was ist los in der Tornescher Wehr?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In der Außendarstellung treten die insgesamt 112 Aktiven der Ortswehren Ahrenlohe und Esingen als gemeinsame Feuerwehr Tornesch auf. Beide Standorte wurden in den vergangenen Jahren erweitert, modernisiert und sind feuerwehrtechnisch bestens ausgestattet. Seit Juni vergangenen Jahres werden bei Bränden und technischen Hilfeleistungen beide Standorte auf Grundlage einer gemeinsamen Alarm- und Ausrückordnung informiert und stellen somit gemeinsam zu jeder Tages- und Nachtzeit die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Tornesch sicher.

Gut ausgebildet und verlässlich leisten die Kameraden beider Ortswehren ihren ehrenamtlichen Dienst zum Wohle und zur Sicherheit der Tornescherinnen und Tornescher.

Doch sie haben es nicht geschafft, auf ihrer Jahreshauptversammlung für die am 1. Januar 2017 beginnende neue Amtszeit einen Gemeindewehrführer zu wählen. Eingegangen als Wahlvorschlag, unterschrieben von zwei Aktiven der Esinger Ortswehr und einem Aktiven der Ahrenloher Wehr, war nur ein Name: Dirk Lolies, Wehrführer der Ortswehr Ahrenlohe und seit 1. Januar 2011 Gemeindewehrführer der Feuerwehr Tornesch.

Dirk Lolies, dessen Amtszeit als Gemeindewehrführer am 31. Dezember 2016 endet, stellte sich der Wahl. Doch das Wahlergebnis bewog ihn, die Wahl nicht anzunehmen. Denn von den 86 anwesenden stimmberechtigten Feuerwehrmitgliedern beider Ortswehren erhielt er in der geheimen Wahl nur 46 Stimmen. 40 Feuerwehrleute enthielten sich der Stimme. Der Stellvertretende Gemeindewehrführer Günther Pieper, der das Wahlergebnis verkündet und Dirk Lolies gefragt hatte, ob er die Wahl annimmt und als Antwort ein „Nein“ erhielt, zeigte sich erschüttert.

„Kameraden, ich weiß nicht, was Euch bewogen hat. Ich kann so viele Enthaltungen nicht verstehen. Man hätte im Vorwege darüber sprechen können“, so Günther Pieper, der neben dem Amt des Stellvertretenden Gemeindewehrführers das Amt des Esinger Ortswehrführers ausübt. Die Geschäftsführung sah vor, dass der aktuelle Gemeindewehrführer nach dem Tagesordnungspunkt Wahlen – es wurde Ralf Diedrichsen mit 84 Stimmen zum Schriftführer der Gemeindewehr Tornesch gewählt und Wilfried Schiek nach seiner bereits erfolgten Wahl in den Ortswehren als Kassenwart bestätigt – wieder die Leitung der Versammlung übernimmt.

Das tat Dirk Lolies. Professionell führte der 49-jährige Hauptbrandmeister die Versammlung mit Ehrungen und Beförderungen zu Ende. Grußworte des Bürgervorstehers Peter Daniel, des Kreisbrandmeisters Frank Homrich sowie der für das Feuerwehrwesen zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin Inga Ries, die die erfolgreiche Entwicklung der Tornescher Feuerwehr in den vergangenen fünf Jahren mit dem Ausbau der Wachen und den Neuanschaffungen umrissen hatte, gab es zu Beginn der Versammlung.

Von guter Stimmung war am Ende der Hauptversammlung im POMM 91 wenig zu spüren. In den nächsten Monaten haben die Ortswehren wohl das eine und andere aufzuarbeiten, damit Tornesch nicht Anfang 2017 ohne Gemeindewehrführung dasteht.

Wahl des Gemeindewehrführers muss bis Ende des Jahres erfolgt sein: Waren sich die Tornescher Feuerwehrleute der Konsequenz ihres Abstimmungsverhaltes zur Gemeindewehrführung bewusst?

< Die Nicht-Befürworter von Dirk Lolies hätten bis 14 Tage vor der Versammlung beim Bürgermeister der Stadt weitere Kandidatenvorschläge einreichen können. Denn wer bei dem Meist-Stimmsystem, bei dem es nur Ja-Stimmen und Stimm-Enthaltung gibt, einen Kandidaten verhindern will, muss einen Gegenkandidaten aufstellen. Das war nicht erfolgt. Auch bei seiner Wahl im März 2010 für die Amtszeit von sechs Jahren war Dirk Lolies der einzige Kandidat gewesen. Damals hatte er 62 Stimmen bei 34 Stimm-Enthaltungen bekommen.

„Dirk Lolies hat als Gemeindewehrführer in den vergangenen fünf Jahren die Zusammenarbeit der beiden Ortswehren vorangebracht und fachlich sehr gute Arbeit geleistet. Das Amt des Gemeindewehrführers ist ein zeitlich sehr intensives Ehrenamt“, betonte Inga Ries, Fachleiterin Feuerwehrwesen, gegenüber den Uetersener Nachrichten. Sie hatte das Schlusswort in der Feuerwehrversammlung übernommen. „Ich bin geschockt von dem Wahlergebnis. Es liegt nun an Euch, geeignete Wahlvorschläge zu unterbreiten, damit wir bis zum Jahresende erneut eine Versammlung einberufen können, denn die Amtszeit von Dirk Lolies endet ja am 31. Dezember.“

Die Feuerwehrleute müssten sich auch bereits Gedanken über die Besetzung des Amtes der stellvertretenden Gemeindewehrfühung machen. Denn die Amtszeit von Günther Pieper läuft 2017 aus und er hat bereits angekündigt, nicht wieder kandidieren zu wollen.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 20:06 Uhr

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