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Halloween im Abseits : Was hätte Martin Luther wohl zu Papst Franziskus gesagt?

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am 31. Oktober feiert die Welt Halloween und die evangelisch-lutherische Kirche das Reformationsfest. Wobei Halloween aus den USA in den westeuropäischen Kulturkreis geschwappt ist und dort immer größere Beliebtheit erfährt. Für viele sind die Auswüchse dieses Kürbisfestes ein Ärgernis.

Zum einen, weil Halloween alte Strukturen verdrängt, zum anderen, weil die Zerstörungswut am 31. Oktober immer größer zu werden scheint. Süßes oder Saures – wer nicht öffnet, bekommt ein „Dankeschön“ an die Tür. Fett, Eier, Klebstoff – die Polizei hat regelmäßig viel zu berichten, nachdem sie alle Strafanzeigen aufgenommen hat. Denn natürlich handelt es sich bei den „Neckereien“ um Straftaten, die vom Staatsanwalt bearbeitet werden. Werden Täter ermittelt, wird es für sie doppelt teuer: Sie müssen den Schaden bezahlen und gelten womöglich als vorbestraft.

Kleine Geister, die Halloween ohne Hintersinn lebendig werden lassen, sind natürlich weiterhin willkommen.

Vielleicht nicht bei der evangelisch-lutherischen Kirche, die sich am 31. Oktober auf den Prozess der zwangsläufigen Loslösung vom Katholizismus besinnt. In Uetersen (Klosterkirche) sogar ökumenisch. Zumindest inhaltlich betrachtet.

Pastor Joachim Gorsolke – Rom-Fan und kirchengeschichtlich „bewandert“ – wird sich im Reformationsgottesdienst, der um 19 Uhr beginnt, mit der Frage beschäftigen, was Luther wohl zum heutigen Papst, zu Franziskus, gesagt hätte.

Man darf spekulieren oder, besser, sollte die Kritik Luthers am Papsttum und der katholischen Kirche des Mittelalters analysieren und dann gegebenenfalls zu Antworten gelangen.

So wird es am Freitagabend geschehen. Die Reflektion auf die Ursachen der Reformation, die in der Konsequenz eine Kirchenspaltung war, dürfte spannend sein. Nicht nur, so der Pastor, für Lutheraner. Die (kirchen)geschichtlichen und ethisch-sozialen Betrachtungen sollten, sagt Gorsolke, auch katholische Mitchristen interessieren. Denn die Ausgangsfrage kann sowohl theologisch als auch intellektuell – also analysierend, hinterfragend und kritisierend – beantwortet werden.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 21:50 Uhr

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