zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 10:09 Uhr

Flüchtlinge : Warten auf die Angehörigen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie hoffen und bangen, werden aber möglicherweise bitter enttäuscht: Die im Kreis Pinneberg lebenden syrischen Familien warten auf weitere geflüchtete Angehörige, die sie gerne bei sich unterbringen würden. Ob aber tatsächlich ihre Lieben unter den 336 Flüchtlingen sind, die Schleswig-Holstein zusätzlich aufnehmen wird, steht noch nicht fest. Die Situation ist schwierig für alle Beteiligten! Gestern hatte das Innenministerium angekündigt, das Land werde weitere syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufnehmen. Dabei, so Innenminister Stefan Studt, handele es sich überwiegend um Angehörige von syrischen Familien, die bereits in Schleswig-Holstein leben. Sie wurden gebeten, Wünsche anzugeben, also Namen von infrage kommenden Familienmitgliedern zu nennen. 9000 Personen standen am Ende auf der landesweiten Liste, knapp 300 steuerten allein syrische Familien bei, die im Kreis Pinneberg leben.

Sie hoffen nun, einen der Ihren demnächst in die Arme schließen zu können. Ob es allerdings so kommt, ist ungewiss, denn noch ist nicht klar, welche Namen auf der Liste stehen, die Innenministerium, die Flüchtlingsbeauftragte des Landes und eine Mitarbeiterin der kommunalen Landesverbände nach Beratungen zusammengestellt haben. „Die Zahl derer, die kommen werden, ist bestenfalls einstellig. Wahrscheinlich wird keiner dem Kreis Pinneberg zugeteilt“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens. Nach Angaben der Ausländerbehörde leben derzeit 300 Syrer im Kreis Pinneberg mit einer Aufenthaltserlaubnis. Für 136 weitere syrische Flüchtlinge läuft das Verfahren noch. Viele von ihnen sind traumatisiert, einige Analphabeten. das stellt die Behörden auch im Kreis Pinneberg vor große Herausforderungen. „Noch gelingt es, sie in die bestehenden Hilfsprogramme zu integrieren“, so Oliver Carstens.

Das funktioniere, weil innerhalb der Kreisverwaltung fachübergreifend gearbeitet werde und die Betreuung auch von den Kommunen und Einrichtungen wie der Beratungsstelle Wendepunkt übernommen werde. Offenbar gibt es aber intern längst Überlegungen, wie die Strukturen der Hilfsprogramme verändert werden können, um dem besonderen Betreuungsbedarf der syrischen Flüchtlinge gerecht werden zu können.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 21:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert