Alter Friedhof : Waren es nur Steinplatten?

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Der Cäcilie-Bleeker-Park an der Bleekerstraße entstand im Jahre 1992 (den Namen erhielt er 1999), nachdem der Alte Friedhof entwidmet worden war. Die Stadt kaufte damals das Gelände von der Klosterkirchengemeinde für den Preis von 100000 D-Mark, verbunden mit der Auflage, das um 1830 angelegte Areal für die Bürger in einen begehbaren Park umzugestalten.

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12. Juni 2015, 18:33 Uhr

Kritik an dem optischen Zustand des Parks entstand schnell. Der Stadt wurde der Vorwurf gemacht, dass er eher einem Bild der Verwahrlosung entspreche denn einer Parkanlage. Schließlich entstanden Schulpatenschaften für einzelne Bereiche des Parks. Zum Beispiel wurden die rund 100 Grabsteine, die zur Erinnerung an die Friedhofskultur entlang des Hauptweges ausgelegt worden waren, von Schülern von Moos und Dreck gereinigt. Jetzt ließ die Stadt diese zum Teil 600 Jahre alten Grabsteine abtransportieren und zerstören. Das Kulturgut ist unwiederbringlich verloren!

Die Entfernung der Grabsteine hat bereits eine Welle der Empörung ausgelöst, die auch das Landesdenkmalamt in Kiel erreicht hat. Dort wird der Fall jetzt rechtlich bewertet. Nicht ausgeschlossen ist ein Bußgeld gegen die Stadt, das den Kulturschaden aber auch nicht mehr heilen kann. Die Untere Denkmalschutzbehörde in Pinneberg erwartet am Montag eine Stellungnahme der Landesdenkmalschützer, die auch die Einstufung des Parks beinhalten soll. Bislang genoss der Cäcilie-Bleeker-Park den Status eines Kulturdenkmals.

Die Pinneberger Zwischenbewertung: „Wir stehen in engem Kontakt mit der Stadt Uetersen und werden den Sachverhalt schnellstmöglich ermitteln. Nach unseren Informationen ist die Stadt selbst intensiv um Aufklärung bemüht. Die endgültige rechtliche Bewertung, ob es sich um eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit handelt, wird wahrscheinlich nächste Woche abgeschlossen sein“, so Kreispressesprecher Oliver Carstens.

Bürgermeisterin Andrea Hansen ist betroffen: „Die Entsorgung einiger Steinplatten im Bleeker-Park war unnötig und übereifrig und ist der hohen Belastung des Bauhofs geschuldet. Ich werde zu diesem bedauerlichen Vorgang mit den Beteiligten ein dienstliches Gespräch führen. Die wichtigen Objekte wie die Grabmale von Ludwig Meyn und Ernst-Heinrich Meßtorff sind unangetastet geblieben. Obwohl der Alte Friedhof 1965 offiziell aufgegeben wurde, stellt er weiterhin einer der vielen geschichtsträchtigen Plätze in Uetersen dar und bedarf besonders umsichtiger Pflege.“

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