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Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 20:39 Uhr

Schliessung : War’s das mit den Dorf-Wachen?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In den Kommunen und Ämtern regt sich Widerstand gegen die offenbar geplante Schließung der ländlichen Polizeistationen. Betroffen sind nach Informationen unserer Zeitung neben der Ein-Mann-Station Haseldorf auch die Zwei-Mann-Station in Appen sowie die mit fünf Beamten besetzte Station in Moorrege. Das Amt Moorrege setzt diesen Plänen die Idee einer Polizeistation Elbmarschen entgegen und bekommt dafür Zustimmung aus den Gemeinden. Immer wieder war in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund leerer Landeskassen über ein mögliches Ende der kleinen Polizeistationen spekuliert worden. Nun werden die Pläne scheinbar konkreter. Unmittelbar vor dem Aus könnte demnach die die Appener Wache stehen.

Noch im vergangenen Jahr versah hier ein Beamter seinen Dienst. Seit seiner Erkrankung bleiben die Türen geschlossen, die Einsätze übernehmen seine Kollegen vom Pinneberger Revier. Niemand rechnet ernsthaft damit, dass sich an diesem Zustand noch einmal etwas ändert. Im kommenden Jahr geht Haseldorfs Michael Beutel in den Ruhestand. Dass der beliebte Dorfpolizist dann noch einen Nachfolger bekommt, gilt in Polizeikreisen als unwahrscheinlich. Auch in Holm gibt es eine Ein-Mann-Station, in der Torsten Ibs seinen Dienst versieht. Seine Station ist schon länger nicht mehr eigenständig, der Beamte selten vor Ort zu erreichen.

Sein Hauptarbeitsplatz ist das Wedeler Revier, lediglich die auf Holm bezogene Ermittlungsarbeit findet auch noch in Holm statt. Nach Recherchen unserer Zeitung soll das auf absehbare Zeit auch so bleiben. Anders in Moorrege. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass eine Schließung schon zum Jahresende erfolgen könnte. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Für Moorreges Bürgermeister Karl-HeinzWeinberg sind diese Pläne nicht hinnehmbar: „Die Sicherheit unserer Bürger wäre nicht mehr in der bisherigen Form zu gewährleisten. Wir haben die Station seit mehr als 50 Jahren, von hier aus wird einer großer Teil der Region betreut. Da bleibt eine Schließung nicht ohne Folgen“, sagte er. Auch das Amt macht sich für den Verbleib stark und schlägt in einem Schreiben an Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner die Gründung einer Polizeistation Elbmarschen am Moorreger Standort vor, stellt sogar eine finanzielle Beteiligung in Aussicht.

Die Reaktion aus Kiel ist bislang eher schmallippig. Es gebe noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, weil noch keine Entscheidung gefallen sei, heißt es in einer etwas dürftigen Antwort.

Heute Abend werden sich die Mitglieder des Haseldorfer Amtsausschusses mit dem Thema auseinandersetzen und das weitere Vorgehen abstimmen.

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erstellt am 20.Mär.2013 | 19:43 Uhr

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