Schützen wehren sich : Vorsitzender Schöttler sagt: „Nein“

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„Wir sind gegen den von der Tornescher SPD favorisierten Plan, auf dem Sportplatz neben unserem Schützenheim einen Kindergarten zu bauen“, sagt Udo Schöttler, Vorsitzender des Schützenvereins Tornesch von 1954 e.V., entschieden.

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09. Juni 2014, 18:19 Uhr

Für ihn ist das Zusammenwirken der Schützen und ihrer Nachbarn ein eingespieltes Gefüge: Die Verwaltung ist vor gut einem Jahr, mit der Idee an den Verein herangetreten, eine Mensa für die gegenüberliegende Grundschule im Schützenheim einzurichten. Seitdem essen hier wochentags rund 80 Erst- bis Viertklässler. Nachmittags spielen Jungen und Mädchen aus der Umgebung auf dem Sportplatz und zu den Trainingszeiten der Bogenschützen betreut der alteingesessene Verein Kinder und Jugendliche auf der dazugehörigen Wiese.

„Nun lese ich, dass die SPD hier die DRK-Kita neu bauen möchte. Jetzt soll alles Geschichte sein?“, fragte der Schützenvereinsvorsitzende verständnislos. „Wir sind der Verwaltung, insbesondere Bürgermeister Roland Krügel und Amtsleiterin Sabine Kählert dankbar, dass wir mit Hilfe der Veit-Stiftung unsere jüngste Abteilung, die Bogensport-Sparte, aufbauen konnten“, erläuterte Schöttler. „Seit November vergangenen Jahres bieten wir Bogensport an. Seitdem haben wir 20 neue Mitglieder gewonnen, viele von ihnen sind Jugendliche. Es sind doch Vereine wie unsere, die die Jugendlichen von der Straße holen“, ergänzte er.

Schöttler appelliert an die Politik, sich für Alternativen zu entscheiden. „Aus meiner Sicht ist ein Neubau auf dem erst vor wenigen Jahren fertiggestellten Sportplatzgelände eine reine Verschwendung von Steuergeldern“, kritisierte er. Zusätzlich zu den Baukosten für die Kindertagesstätte kämen Kosten für den Rückbau des Sportplatzes der Schwennesen-Schule, der 125500 Euro gekostet hatte, und die Rückzahlung von Fördergeldern in Höhe von 82500 Euro. „Diese Summen müssen auf die Kosten eines Neubaus draufgeschlagen werden“, gab Schüttler zu bedenken.

Ein Neubau am Schützenplatz würde etwa 2,31 Millionen Euro kosten. Für den Bau eines Gebäudes in der Nachbarschaft zum bisherigen Standort an der Friedlandstraße werden 2,47 Millionen Euro kalkuliert. Mit 1,4 Millionen Euro wäre die Sanierung der bestehenden DRK-Kita nach dem aktuellen Planungsstand die günstigste Lösung. Hinzu kämen allerdings 300000 Euro für Container, in denen die Kindergartenkinder während der Bauzeit betreut werden würden.

Auf der nächsten öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Soziales, Kultur und Bildungswesen, der am Montag, dem 23. Juni, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Tornescher Rathauseses zusammenkommt, wird das Thema Kita-Neubau breiten Raum einnehmen.

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