Neu : Vorreiter des Internet-Handels

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Immer mehr Bürger erledigen ihre Einkäufe im Internet. Die Hamburger Otto-Group wickelt bereits mehr als 70 Prozent ihres Umsatzes online ab.

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21. Oktober 2011, 20:57 Uhr

Mit Beginn des Wintersemesters finanziert sie an der Fachhochschule Wedel den bundesweit ersten Studiengang E-Commerce. „Allein bei uns sind bundesweit 100 Stellen frei, die wir gerne schon morgen besetzen würden. Das heißt für Sie, liebe Studierende: Wir brauchen Sie, werden Sie schnell fertig“, rief der Direktor des Otto-Geschäftsbereichs Neue Medien, Dr. Thomas Schnieders, den Erstsemestern zu.

17 Studierende schrieben sich für den siebensemestrigen Bachelor-Studiengang ein. Sieben wollen nach drei Semestern die Masterprüfungen ablegen. Der Studiengang ist damit vergleichweise klein. So hat der Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen mit 154 neuen Studierenden den stärksten Zulauf. Doch gilt E-Commerce als zukunftsträchtig. Der Studiengang kombiniert die Betriebswirtschaftslehre, Wirtschafts- und Medieninformatik. Die Bachelor-Studenten lernen, Internet-Shops, Zahlungs- sowie Empfehlungs-Funktionen zu programmieren und in vorhandene Firmensysteme einzubinden. Sie analysieren das Kundenverhalten und stellen dazu passende Produkt- und Service-Angebote zusammen.

Master-Studenten lernen, den Internet-Handel strategisch voranzutreiben. Ziel ist es, neue Märkte, Technologien und Geschäftsmodelle beurteilen und nutzen zu können. All diese Fähigkeiten sollen die Studierenden schon während des Studiums in das Alltagsgeschäft der Kooperationsunternehmen der Hochschule einbringen. Die Führungskräfte seien „nicht bereit darauf zu warten, dass die Studierenden sich mit ihrem Abschlusszeugnis bei der Konkurrenz bewerben“, heißt es in dem Prospekt, mit dem die Hochschule den Studiengang bewirbt.

Im schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium wird diese Zusammenarbeit Hochschule und Firmen gern gesehen. „Das ist gelebter Wissenschaftstransfer, wie wir ihn uns wünschen“, sagte Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang. Sie hoffe allerdings, dass die Konsumenten nicht dazu übergingen, die Produkte beim Händler vor Ort anzusehen und dann im Internet zu kaufen. Dr. Schnieders wollte ihr diese Sorge nehmen: „Wir müssen zusehen, dass auch die kleinen Unternehmen im Netz vertreten sind, weil sie sonst an Wettbewerbsfähigkeit verlieren“, sagte er.

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