Stippvisite : Vor der Taufe zu den Elektronikern

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Hoher Besuch in Elmshorn. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat am Freitag in der Gaststätte Sibirien 30 jungen Elektronikern zur bestandenen Gesellenprüfung gratuliert. Zum ersten Mal hielt sie bei einer Freisprechungsfeier im Kreis Pinneberg die Festrede, berichtete ihr Sprecher Christoph Stegmanns.

shz.de von
29. Januar 2012, 21:45 Uhr

Der Anlass ihres Besuchs im Norden war allerdings privater Natur. Nach Informationen dieser Zeitung wurde am Wochenende Lotte Marie Schröder, Tochter von Kristina und Ole Schröder, in einer Kirche bei Pinneberg getauft. Der CDU-Bundestagsabgeordnete stammt aus Rellingen. Seine in Berlin geborene Tochter wird heute sieben Monate alt. In die Familienplanung der 24 Elektroniker, Fachrichtung Energiegebäudetechnik, und sechs Systemelektroniker, darunter eine Frau, wollte sich Kristina Schröder jedoch betont nicht einmischen. „Ich will Sie als Familienministerin jetzt gar nicht überreden, selbst möglichst bald eine Familie zu gründen. Das ist nicht die Aufgabe der Politik. Ich möchte, dass jeder seine Ziele verfolgen kann, frei wählen kann, wie er oder sie das eigene Leben gestaltet“, sagte die 34-Jährige. Die in der Ausbildung gelernten Tugenden bildeten allerdings nicht nur die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. „Dass sich Leistungsbereitschaft und Einsatz lohnt, dass man lernfähig und lernwillig bleiben muss und dass nicht nur das Geld zählt, das alles wird Ihnen auch in der Familie zugute kommen“, so Schröder.

Die Ministerin ermutigte die Absolventen, sich selbstständig zu machen. „Die Existenzgründung ist eine der großen Chancen, die unsere soziale Marktwirtschaft bietet“, sagte sie.

Leider würden Arbeitgeber bei ihren Azubis oft Sozialkompetenzen wie Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme und Respekt vermissen. „Wir müssen den kommenden Lehrlingen klarmachen, dass diese Tugenden nicht uncool sind“, so Schröder. Immerhin sei die soziale Marktwirtschaft „kein reines Wirtschaftssystem“, sondern verpflichte die, die für sich selbst sorgen können, das zu tun. „Denn nur so können wir auch denjenigen Menschen einen angemessenen Lebensstandard gewährleisten, die ihn eben nicht selbst erarbeiten können“, erläuterte die Ministerin.

Die Prüfungsergebnisse bei der Elektro-Innung verbesserten sich erneut. „Wir machen seit drei Jahren Vorbereitungskurse“, begründete Günther Bresa, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, den Trend. Der Jahrgang erreichte einen Notenschnitt von 2,65. Nur noch zwei Lehrlinge (85 Prozent) fielen durch. Wer aus dem Einzugsgebiet der UeNa bestanden hat, lesen Sie morgen.

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