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Gebrauchshundverein : Von zwei Weltmeisterinnen lernen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Noch vor zehn Jahren hat Elke Jackel um Hunde einen großen Bogen gemacht. Das änderte sich, nachdem sie Kaare Johannessen kennenlernte. Er stammt aus Norwegen und dort hat er viele Jahre als Ausbilder in einer Rettungshundestaffel gearbeitet und mit seinem Schäferhund Ina in den 1990er Jahren erfolgreich an mehr als 80 Rettungseinsätzen teilgenommen und Menschen aus Lawinen und anderen Notsituationen gerettet. Von Kaare Johannessen hat Elke Jackel die Grundlagen in der Rettungshundeausbildung gelernt. Seit drei Jahren bildet sie ihren Border Collie Pelle darin aus.

Elke Jackel und Kaare Johannessen leben in Hamburg, sind vor einem Jahr Mitglieder im Gebrauchshundverein Tornesch geworden und haben dort die Abteilung Sport-Rettungshunde ins Leben gerufen.

Ihnen haben sich zwölf Hundeführer angeschlossen, die ihre Hunde als Rettungshunde für die Flächensuche, also vorwiegend für die Suche nach vermissten Personen im Wald, ausbilden wollen und sich jeden Montag um 17.30 Uhr Am Goldenen Stern treffen. „Im Unterschied zu einer Rettungshundestaffel werden der Hund und sein Führer jedoch nicht für den Ernstfall ausgebildet“, macht Kaare Johannessen deutlich. Doch Prüfungen legen die Hundesportler und ihre Vierbeiner auch ab. Elke Jackel und ihr Hund Pelle haben die erste von drei Prüfungen zum Sport-Rettungshund in der Disziplin Fläche im vergangenen Jahr bestanden.

Elke Jackel und Kaare Johannessen pflegen den Erfahrungsaustausch mit anderen Vereinen und versierten Rettungshundeführern und geben ihr Wissen an die Mitglieder ihrer Sport-Rettungshunde-Gruppe weiter.

Nun hatten sie sogar zwei Weltmeisterinnen aus dem Rettungshundeverband der Niederlande (www.reddingshonden-zon.nl) für einen zweitägigen Workshop eingeladen: Brigitte Versterre und Petra Grothe. Brigitte Versterre (49) wurde 2007 Weltmeisterin Sport-Rettungshunde (Fläche, Bringsler) und belegte 2012 bei der Weltmeisterschaft (Fläche, Verbeller) den vierten Platz. Petra Grothe (45) ist amtierende Weltmeisterin (Fläche, Bringsler). An dem Workshop beteiligten sich sechs Hundesportler aus dem Tornescher Gebrauchshundverein, 24 weitere Teilnehmer waren mit und ohne Hund aus ganz Deutschland angereist, darunter auch Profis aus einer Rettungshundestaffel in Ostfriesland.

u Taktik, Motivation, Gewandtheit und Unterordnung

Im Mittelpunkt der Schulung der Hundesportler aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Rheinland-Pfalz standen Tipps zur Ausbildung der Sport-Rettungshunde als „Bringsler“, einer besonderen Art, dem Hundeführer anzuzeigen, dass eine Person gefunden wurde. Der Hund nimmt bei dieser Anzeigeart das Bringsel, ein Plastikstück oder ein Säckchen, das am Halsband hängt, in seinen Fang, sobald er das Opfer entdeckt hat. Dieses Bringsel wird beim Hundeführer abgeliefert und der Hundeführer zum Opfer geführt. Brigitte Versterre und Petra Grothe gaben in Theorie und Praxis Tipps, wie ein Hund an diese Methode gewöhnt werden kann. Brigitte Versterre arbeitet bei der Motivation des Hundes vor allem mit Bällen. „Der Hund darf, wenn er jemanden gefunden hat, zur Belohnung mit dem Ball spielen“, sagt sie.

Petra Grothe hatte ihren Hund Tara mitgebracht und gab im Team „Hundeführer und Hund“ Erfahrungen weiter. Auch zur richtigen Taktik bei der erfolgreichen Flächensuche – dazu waren die Teilnehmer in die Holmer Sandberge gefahren – sowie zur Unterordnung und Gewandtheit übten die beiden Weltmeisterinnen mit den Workshop-Teilnehmern. „Die Hunde sind zum Teil bereits sehr gut ausgebildet. Die Hundeführer sind sehr motiviert und sehr interessiert“, so das Lob der beiden Weltmeisterinnen.

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erstellt am 11.Aug.2015 | 21:19 Uhr

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