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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 16:20 Uhr

Paralympics : Von Heidgraben nach London

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie kam ohne Hände und ohne rechten Unterschenkel zur Welt. Doch das hat Stephanie Grebe nicht davon abgehalten, ein ganz normales Leben zu führen. Ihr Abitur hat die heute 24-Jährige am LMG abgelegt. Danach absolvierte die Heidgrabenerin eine Ausbildung bei der Agentur für Arbeit. Jetzt studiert sie in Hamburg Sozialökonomie mit Schwerpunkt Arbeitsrecht. Doch Stephanie Grebe ist seit vielen Jahren auch eine Spitzensportlerin. In der Handicap-Klasse 6 (schwerste Behinderung der stehenden Sportler) gehört sie bei den Tischtennisspielern zur absoluten Weltklasse. Hinter den Ukrainerinnen Yuliya Klymenko und Antonia Khodzynska sowie der Nummer eins, der Russin Raisa Chebanika belegt sie Rang vier.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2012 | 20:12 Uhr

In Deutschland ist Stephanie Grebe die Nummer eins.

Doch nicht nur in ihrer Handicap-Klasse leistet die 24-Jährige ganz Großes. Bei den Moorreger Ersten Damen ist sie die Nummer eins. Mit der Mannschaft ist die Studentin jetzt in die Landesliga aufgestiegen.

Stephanie Grebe liebt die Leistung. Auch die, die man von ihr beim Deutschen Behindertensportverband (DBS) verlangt. Dort gehörte sie bereits vor zwei Jahren zu den Hoffnungsträgern für einen Start bei den Paralympics in London. Und jetzt hat die sympathische Heidgrabenerin es geschafft. Am 21. Juli wurde sie für die Wettkämpfe nominiert und steht somit ab dem 30. August in Englands Hauptstadt an der Platte. Natürlich hat sie die Medaillen dabei im Blick. Bronze wäre schön. Doch glänzt Gold nicht stärker?

Die Erwartungen will Stephanie Grebe, die trotz aller internationalen Erfolge (zuletzt, 2011, in Kroatien Dritte der Europameisterschaften) bescheiden geblieben ist, nicht zu hoch schrauben. Sie kenne die Ukrainerinnen und die Russin natürlich genau und habe alle drei schon einmal besiegt. Doch wie immer im Sport kommt es auch bei den Paralympics auf die Tagesform an.

Am 25. August steigt Stephanie Grebe, die von ihrer Familie, Verbandstrainier Hannes Doesseler und einer Physiotherapeutin begleitet wird, in den Flieger. Mit weiteren 149 deutschen Athleten, unter ihnen zwölf Tischtennisspieler. „Leben werde ich natürlich im olympischen Dorf das dann paralympisches Dorf heißt“, erklärt sie Fünf Tage Zeit hat Stephanie Grebe somit zur Vorbereitung, bis es zur Sache geht: das Überstehen der Vorrunde ist dabei ihr erstes Ziel. Nach dieser Gruppenphase folgen Halbfinale und am 3. September das Endspiel. Es wäre ein Traum, wenn sie dann auch noch am Tisch stehen dürfte, lässt ihr Blick erkennen.

Die Paralympics, die im Anschluss an die Olympischen Spiele ausgetragen werden, dauern bis zum 9. September. Am 10. September geht es dann zurück nach Deutschland, mit dem gesamten Kader.

Die direkte Vorbereitungszeit auf ihre ersten Paralympics hat längst begonnen. Und das heißt für Stephanie Grebe, pendeln zu müssen. Zwischen Heidgraben und Düsseldorf, dem deutschen Leistungszentrum.

Nicht nur den Trainern und Betreuern dort ist sie sehr dankbar, sondern auch ihrem Moorreger Coach, Arvid Eislage. Und natürlich ihrer Familie, „ohne deren Unterstützen kein Spitzensport möglich wäre“, sagt sie.

Schicke Klamotten hat die 24-jährige erhalten. Mehrere Kollektionen, für die es eine klare Tragevorschrift gebe, so wie für alle Olympioniken. Ihre persönlichen Sponsoren dürfen sich zum Beispiel darauf nicht verewigen. Nennen möchte Stephanie Grebe diese aber dennoch. Und auch sie hätten maßgeblichen Anteil am Erfolg: Neben dem Albertinen-Diakoniewerk sind das insbesondere die Firmen Industriemontagen Heiko Klein aus Appen und Contra-Sport aus Henstedt-Ulzburg.

Wir bleiben natürlich dran am Thema und berichten weiter.

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