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Erläuterungen von Olaf Deich beim Grünkohlessen : Von Gildebittern und den süßen Kartoffeln

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit dem 12. Jahrhundert gibt es Gilden im Norden. Die Gründung und Entstehung dieser Verbindungen geschah in einer Zeit, wo sich noch kein Staat im modernen Sinne gebildet hatte. Um ihr Hab und Gut, ihr Leben und auch die Gerechtigkeit zu schützen, schlossen sich Menschen des Mittelalters zu Zünften, Ständen, Bruderschaften und auch Gilden zusammen. Aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Auch in der Schleswig-Holsteinischen Elbmarsch spielten die Gilden schon im frühen Mittelalter eine bemerkenswerte Rolle. Die „Alte Kremper Stadtgilde von 1541“ kann bereits auf eine stolze und bewegte Vergangenheit zurückblicken. Von dieser berichtete Schützenmeister Olaf Deich, der auf Einladung des Ältermanns der Uetersener Schützengilde von 1545 am Herrenabend in der Gastwirtschaft Zur Erholung teilgenommen hatte.

Deich erläuterte die Historie, den Ablauf des Gildefestes, einige Besonderheiten der Satzung, wie man Gildemitglied wird, was es mit den Fahnenschwenkern auf sich hat und nicht zuletzt den Kremper „Gildebittern“. Der interessierte die rund 170 Herren, die sich in der Gastwirtschaft ihres Königs niedergelassen hatten, um insbesondere den leckeren Grünkohl der Küche zu genießen, ganz besonders. Doch sie mussten sich noch etwas in Geduld üben. Der Schützenmeister der um vier Jahre älteren Gilde wollte so schnell nicht zum Ende kommen. In Gildeuniform stand er am Rednerpult und wusste so einiges zu berichten.

Doch wie war das noch mit dem werten Getränk? Schon den Protokollunterlagen der Alten Kremper Stadtgilde vor mehr als 100 Jahren kann entnommen werden, dass Gildebier, Wein, Kümmel und Bittern beliebte Begleiter und Stimmungsmacher eines jeden Gildefestes waren. Die Ursprünge eines besonders beliebten Kräuterschnapses gehen bis in das Jahr 1895 zurück. Das ist der besagte Gildebitter. Wie man diesen trinkt, das erläuterte Deich und fand in den anwesenden Uetersener Gildebrüdern gelehrige Schüler. Besonders gut gelang der lautstarke Trinkspruch: „Auf das Wohl der Gilde – es lebe die Gilde!“ Der stellvertretende Kreispräsident Dietrich Anders, Uetersens Bürgervorsteher Adolf Bergmann, Altbürgermeister Karl-Gustav Tewes, Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg, Heists Bürgermeister Jürgen Neumann, Oberst Klaus-Christian Kuhle, Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe, Ehrenältermann Rudolf Lavorenz, Ehrenmitglied Otto Riewesell, König Klaus Ratjen und alle anderen Herren, die der Einladung von Ältermann Joachim Henningsen gefolgt waren, ließen sich nun nicht mehr lange bitten. Es wurde geschmaust, was auf den Tisch kam. Und das waren wirkliche Leckereien. Unter anderem süße Kartoffeln.

Wer sich für die Alte Kremper Stadtgilde interessiert, schaue ins Internet. unter „www.alte-kremper-stadtgilde.de“ gibt es Antworten.

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erstellt am 02.Feb.2014 | 21:37 Uhr

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