zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 10:39 Uhr

Lesung : Von der Marsch in das Elbenreich

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Erst als Erwachsene hat sie den Fantasy-Klassiker „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien gelesen. „Ich habe es verschlungen. In den nächsten Sommerferien dachte ich: So etwas will ich auch schreiben“, sagte Birgit Böhm

shz.de von
erstellt am 01.Dez.2013 | 22:20 Uhr

Das war vor sieben Jahren. Am Sonnabend stellte die Uetersenerin in der Haselauer Galerie Cavissamba ihren ersten eigenen Fantasy-Roman vor. Am prasselnden Kaminfeuer las die Lehrerin der Rosenstadtschule Passagen aus „Alba Brunnstein. Das Geheimnis der tausend Tore“. Es handelt sich um den ersten von drei geplanten Bänden.

Die Runde der Zuhörer war klein, aber gemütlich. Böhm hatte das großzügige Lesezimmer mit Marschblick liebevoll dekoriert. Auf einem Tisch standen Stoff-Einhörner, auf einem anderen lagen auf Tellern süße Muffins. An der Wand hingen Zeichnungen einiger Fabelwesen und – wie es sich für ein Werk in der Gefolgschaft Tolkiens gehört – eine Landkarte des Fantasie-Reiches. Darunter ragte ein Brunnen aus Styropor und Papier auf, über den die 58-Jährige zusammen mit den anwesenden Kindern die Hände breitete. Wenn ihre Hauptfigur „Alba“ über solch einem Schacht einen Spruch murmelt, taucht sie in die Welt der Elben und Kobolde ein.

Die zwölfjährige „Alba“ lebt bei Hamburg. Am liebsten sucht sie Zuflucht in dem verwunschenen Garten ihrer Nachbarin „Frau Miro“, um zu lesen. Eines Tages zieht „Tonio“ aus Italien in die Miro’sche Villa ein. Er nimmt „Alba“ mit auf die Suche nach seiner Mutter, einer Elbenprinzessin. Ein Brunnen im Garten wird den Kindern zum Tor in das Elbenreich.

Die Frage nach der eigenen Herkunft hat Böhm in das Zentrum der Erzählung gestellt. Als Lehrerin weiß sie: Schüler im Alter von „Alba“ und „Tonio“ erleben nach dem Wechsel in die Sekundarstufe eine ungewisse Zeit des Aufbruchs. „Die Kinder müssen neue Freunde finden und gucken: Wer bin ich? Wie komme ich an?“, sagte sie. „Alba“ und „Tonio“ meistern diese Herausforderungen. Sie erleben die Begegnung mit dem Fremden als Bereicherung sowie als Chance und werden darin zu Vorbildern. Als Biologielehrerin will Böhm in ihren Leser eine Achtsamkeit der Natur gegenüber wecken. Sie beschreibt Misteln, Frauenmantel und Lianen, damit Kinder ihren Horizont erweitern. Dabei beruft sich die Autorin auf die alte Weisheit: „Was ich kenne, schätze ich und bin damit auf dem Weg, es zu schützen.“

Nicht zuletzt stellt Böhm ihre Hauptcharaktäre als hochsensitive Kinder dar. Beide sind eher introviert, ernsthaft, fantasievoll und nehmen mehr als andere wahr. Dieses Phänomen der Hochsensitivität hat Böhm vor zwei Jahren auch bei sich selbst entdeckt.

Der zweite Band der Trilogie soll im Frühjahr 2014 erscheinen

Mit der Fantasy-Trilogie „Alba Brunnstein“ richtet sich Birgit Böhm an Groß und Klein. Kinder ab zehn Jahren können es selbst lesen. Jüngeren sollte es vorgelesen werden. Böhm hat den Roman aber auch für erwachsene Natur- und Gartenliebhaber sowie Menschen, die sich für Hochsensitivität interessieren, geschrieben. Nachdem viele Verlage das Manuskript abgelehnt hatten, gründeten Birgit und Christian Böhm im März den Fiorella-Verlag. Die bisher einzige Veröffentlichung ist der erste Band der Trilogie. Er umfasst 326 Seiten und kostet 14,95 Euro. Die Fortsetzung „Alba Brunnstein. Die Befreiung der tausend Tore“ soll im Frühjahr 2014 und „Alba Brunnstein. Das Herz aus liebendem Gold“ im Herbst erscheinen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert