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Nach Appell : Von der Gaststätte zur Flüchtlingsunterkunft

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wird seinen Mitgliedern im Kreis Pinneberg nicht empfehlen, Zimmer in Hotels und Gaststätten während der Wintermonate vorübergehend für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Das teilte die Organisation jetzt in einem Schreiben mit. Stellvertretender Kreispräsident Dietrich Anders (SPD) hatte sich mit einem entsprechenden Vorschlag an den Bundesverband in Berlin gewandt.

Anders begründete seinen Vorstoß mit der Sorge, in Schleswig-Holstein könnten nicht rechtzeitig ausreichend winterfeste Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. „Auch bei uns wird es in dieser Zeit Hotels und Gasthöfe geben, die kaum frequentiert werden und zum Teil sogar schließen“, sagte Anders. Neben dem humanitären Aspekt verwies er auf betriebswirtschaftliche Vorteile des Modells. „Nur saisonal beschäftigte Mitarbeiter könnten in der Winterzeit weiter beschäftigt werden“, sagte der Kreispräsident.

Das Dehoga-Präsidium folgte dem Vorschlag allerdings nicht. Der Bundesverband könne und wolle dazu keine allgemein gültigen Empfehlungen abgeben, hieß es in einer Stellungsnahme, die den Uetersener Nachrichten vorliegt. „Die Erfahrungen Anfang der 90er Jahre wie auch die aktuellen zeigen, dass die besten Lösungen regelmäßig vor Ort zwischen den Kommunen und den weiteren Akteuren entstehen“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Bereits jetzt greifen Kommunen auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Unterbringung von Flüchtlingen in Hotelzimmern zurück, darunter auch die Stadt Pinneberg. Das Land hat dafür die rechtlichen Grundlagen geschaffen, ohne allerdings den zeitlichen Rahmen genau zu definieren. Da diese Form der Unterbringung vergleichsweise teuer ist, gibt es seit einigen Wochen Streit zwischen der Stadt und dem Kreis über die Finanzierung.

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erstellt am 23.Aug.2015 | 19:38 Uhr

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