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Reiterverein Esingen : Voltigieren – der Traum vieler Kinder

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Für etwa 70 Kinder liegt das Glück der Erde in Esingen auf der Reitanlage Johannsen. 50 Jungen und Mädchen lernen dort, sich auf dem Rücken der Pferde zu halten.

Rund 20 Kinder säßen gern im Sattel, müssen aber auf der Warteliste ausharren. „Hut ab! Unsere Voltigiersparte ist sehr beliebt“, sagte Alexandra Vogel, Kassenwartin des Reitervereins Esingen bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Birkenhain. Fast 30 Pferdefreunde trafen sich dort, darunter sechs Männer. Der Verein schrumpfte 2012 zwar leicht – ihm gehören 255 Mitglieder an, zehn weniger als vor einem Jahr, berichtete die Vorsitzende Sandra Just. Doch die Jugendarbeit blüht. Dafür legen sich die Reiter mächtig ins Zeug. Vier Trainer und 15 Helfer arbeiten wöchentlich je drei bis vier Stunden lang ehrenamtlich mit den Kindern. Die Aktivitäten der Jugendsparte finanzierte der Verein stets voll oder zur Hälfte. Gleichzeitig schont er die Geldbeutel der Eltern: Seit Einführung des Euro erhöhte er seine Beiträge nicht. Bis zu einem Alter von 21 Jahren zahlen Mitglieder jährlich 20, danach 50 Euro. Trotzdem erwirtschaftete Vogel einen Überschuss – vor allem durch Spenden und das Vereinsturnier. 860 Prüfungen wurden dabei abgenommen. Zudem arbeitet sie nach der Devise: „Wo man Zuschüsse beantragen kann, machen wir es.“ Auch dabei ist der Nachwuchs im Blick: Die Rücklagen sollen die Versorgung der vereinseigenen Voltigierpferde „Sixpack“ und „Lenox“ im Krankheitsfall sichern.

Mit diesen Rössern feierten die Kinder nicht zuletzt viele Erfolge. Sie fuhren zu zehn Turnieren von Luhmühlen bis Husum und belegten acht erste Plätze. Auch um benachteiligte Jungen und Mädchen kümmert sich der Verein. Wiebke Wieschendorf therapiert seit Herbst acht Erstklässler der Fritz-Reuter-Schule beim Reiten auf dem Gestüt Ekholt. Von Ostern bis Oktober wird sie sechs Kinder der Johannes-Schwennesen-Schule betreuen. Die Stadt Tornesch unterstützt das Angebot seit mehr als 20 Jahren. Laut Verwaltung zahlt sie dafür pro Halbjahr 570 bis 670 Euro.

Nicht nur dafür sind die Reiter der Kommune dankbar. „Bürgermeister Krügel hat signalisiert, dass er nicht vorhat, die Pferdesteuer einzuführen“, berichtete Just. In Preetz gab es schon Pläne, jährlich pro Ross 200 Euro zu kassieren. Zwar habe bisher keine schleswig-holsteinische Kommune die Steuer eingeführt. Trotzdem legte Just Unterschriftenlisten aus.

Mit dem Vereinsleben ist sie zufrieden. „Es war ein spannendes Jahr mit Höhen und Tiefen“, sagte die Vorsitzende. Jedoch reize die Vorstandsarbeit die persönliche Leistungsfähigkeit zuweilen aus. Sie rief zu mehr Beteiligung auf.

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erstellt am 18.Mär.2013 | 21:11 Uhr

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