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Klimaschutzfonds : Visionär, aber unattraktiv?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Als der Wedeler Klimaschutzfonds 1996 auf Betreiben der Ratsversammlung gegründet wurde, waren die damit verbundenen Ziele wie Schutz der Ressourcen noch visionär. Heute, 20 Jahre später, schwächen Personalprobleme den Verein. Während der jüngsten Hauptversammlung war es nur unter Schwierigkeiten möglich, einen Vorstand zusammenzubringen. Aufgeben ist für Michael Koehn dennoch keine Option.

Eine der ersten Amtshandlungen des Vereins nach der Gründung war gleichzeitig die, von der er bis heute am meisten profitiert: Auf dem Dach des Rathauses wurde eine Solaranlage installiert, die auch 20 Jahre danach noch zuverlässig Geld in die Vereinskasse spült. Im Laufe der vergangenen Jahre haben die Mitglieder außerdem regelmäßig Vorträge und Aktionen initiiert, um auf die Folgen der Erderwärmung aufmerksam zu machen und über Möglichkeiten des klimaschonenden Handelns zu informieren. Umweltminister Robert Habeck war schon da, auch der Chef der Köllnflocken-Werke, Christian von Boetticher. Auch für den Klimaschutzfonds gilt: Bekannte Redner ziehen deutlich mehr Interessierte an. Offenbar waren diese Angebote aber nicht attraktiv genug, um vor allem junge Leute dazu zu bewegen, sich aktiv einzubringen. „Vereine, die etwas für die Allgemeinheit und nicht in erster Linie für ihre Mitglieder tun, haben es immer schwerer, Leute zu finden“, sagte Vorsitzender Michael Koehn. Zu gerne würde er das ändern, weshalb der Vorstand die Mitgliederwerbung in diesem Jahr in den Mittelpunkt der Arbeit stellt.

Die Leute braucht er, wenn der Verein auch zukünftig öffentliche Veranstaltungen anbieten will. Die Umweltwoche im vergangenen Jahr, eine Premiere, war durchaus ein Erfolg und bescherte dem Verein die Aufmerksamkeit, die er braucht. Aber Koehn hat sie weitgehend allein auf die Beine gestellt, ein Kraftakt, den er in der Form nicht noch einmal leisten möchte. Eine Wiederholung der Umweltwoche soll es 2018 allerdings schon geben, und so hofft er bis dahin auf Mitstreiter.

Zu den selbst gesetzten Aufgaben gehört auch die finanzielle wie ideelle Unterstützung eines Klimaschutz- Managements nach Elmshorner Vorbild. Dort gibt es bereits, was in Wedel erst noch Realität werden soll: Mit Klimaschutz-Manager Markus Pietrucha hat die Krückaustadt einen Experten berufen, der alle Möglichkeiten etwa des Energieeinsparens und des ressourcenschonenden öffentlichen Handelns auslotet und anstößt.

Bis dieser Plan auch in der Rolandstadt umgesetzt wird, begnügt sich der Klimaschutzfonds mit dem Kontakt zu Pietrucha, der als Gast der Hauptversammlung von den Inhalten seiner Arbeit und seinen Erfolgen berichtete.

Und schließlich vergibt der Klimaschutzfonds alle zwei Jahre den mit 500 Euro dotierten Jan Palm-Preis für besonderes ökologisches Engagement, vielleicht seine schönste Aufgabe.

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erstellt am 22.Mär.2016 | 19:22 Uhr

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