Klavierkonzert im Kloster : Virtuos und romantisch

4447482_800x457_55a4237e39094.jpg

Mit der Sonate in a-moll (KV 310) hat Wolfgang Amadeus Mozart ganz offensichtlich den Tod seiner Mutter verarbeitet beziehungsweise entstand das Werk unter dem Eindruck ihres Todes. Eine Tragik ist innerhalb dieser Komposition – Allegro maestoso, Andante, Presto – unüberhörbar.

shz.de von
13. Juli 2015, 22:43 Uhr

Mit dieser großen Sonate des Salzburger Komponisten begann das Klavierkonzert der Uetersener Klosterfreunde in der Priörinnenscheune, dem Kulturraum des Klosters. Zum dritten Mal konnte von Klosterprobst Hubertus Graf von Luckner dabei Professor Trefor Smith aus Hamburg begrüßt werden. Der Pianist und Hochschullehrer interpretierte während der musikalischen Stunde auch zwei weitere bedeutende Sonaten, zunächst Beethovens „Appassionata“ und dann Debussys Sonate „für das Klavier“.

Beethovens Klaviersonate, geschrieben in f-moll, gehört zu den bekanntesten Klavierwerken des Komponisten und gilt als Inbegriff expressiver solistischer Virtuosität. Smith konnte auf dem Blüthner-Flügel zeigen, dass er davon viel besitzt. Seine Spielfreude wurde von ansprechendem Ausdruck begleitet. Das Stück, das es zu interpretieren galt, gilt als ein Höhepunkt im Schaffen des Komponisten, der da bereits unter einer beginnenden Taubheit litt. Die Entstehung von pour le piano“ (Debussy) ist umstritten. Sicher ist nur, dass es sich eigentlich um drei voneinander losgelöste Sätze (Prelude - Sarabande Fuge) handelt, die erst später zu einer Sonate zusammengefügt worden sind. Unter Umständen in Verehrung von Johann Sebastian Bach, der diese Folge sehr häufig verwandt hat. Das Klavierstück besticht durch die zum Ausdruck kommenden neuen harmonischen Mittel wie Pentatonik und Akkorden, unabhängig von ihrer harmonischen Funktion. Die pianistischen Anforderungen meisterte der gebürtige Schotte bravourös.

Die rund 60 Musikfreunde, die sich dieses besondere Konzert gönnten, kamen zudem in den Genuss der von Beethoven komponierten sechs Variationen in G-Dur, der Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt und der Nocturne in Es-Dur von Chopin. Es ist davon auszugehen, dass Trefor Smith nicht das letzte Mal in Uetersen begrüßt werden konnte.

Man darf sich somit schon heute auf einen exzellenten klösterlichen Kultursommer 2016 freuen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert