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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 18:09 Uhr

Konzept : Vier Stufen für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In Elmshorn könnte sich die Flüchtlingssituation in diesem Jahr leicht entspannen. Die Stadt rechnet mit einem Zuzug von insgesamt 750 Menschen, das sind knapp 400 weniger als ursprünglich kalkuliert. Trotzdem wird die Zahl der Plätze weiter erhöht. Im April soll etwa der Umbau eines Teils der Postverwaltung neben dem Kreishaus in der Kurt-Wagener-Straße abgeschlossen werden. Dann stehen weitere 80 Plätze zur Verfügung.

„Wir halten an der dezentralen Unterbringung fest“, sagte Stadtrat Dirk Moritz. Organisiert wird das auf der Grundlage eines Vier-Stufen-Plans, der gestern offiziell vorgestellt wurde. In einem ersten Schritt mietet die Stadt Wohnungen, Häuser und möblierte Zimmer an. „Diese Stufe läuft schon länger und ist gerade im Hinblick auf die gewünschte Integration ein guter Weg“, so Moritz.

Die Ressourcen sind allerdings auch in Elmshorn endlich, und das große Interesse der Stadt sorgt zudem für Spannungen auf dem Wohnungsmarkt, weil sozial schwächer gestellte Elmshorner mit den Flüchtlingen um bezahlbaren Wohnraum konkurrieren.

In einem zweiten Schritt schafft die Stadt größere Wohneinheiten, ähnlich einem Studentenheim. „Da sind wir jetzt angekommen“, sagte Dirk Moritz. In diesen Unterkünften werden Duschen und Toiletten sowie die Küche gemeinsam genutzt, in den Zimmern kommen jeweils bis zu vier Menschen unter.

Die dritte Stufe ist die Aufstellung von Wohncontainern, Stufe 4 schließlich die Nutzung von Zeltdörfern und Turnhallen. „Der Zugang an Flüchtlingen entscheidet darüber, wie schnell wir in die nächste Stufe kommen“, sagte der Stadtrat.

Noch allerdings gibt es Platz. Auch dank des Planes, Teile des ehemaligen Postverwaltungsgebäudes in der Kurt-Wagener-Straße umzubauen! Bis April sollen in einem großen Teil des Erdgeschosses und im ersten Obergeschoss Schlaf- und Sanitärräume, Küche, ein Haushaltsraum mit Platz für mehrere Waschmaschinen sowie ein Gebetsraum entstehen.

Den zukünftigen Bewohnern steht freies WLAN zur Verfügung.

„Die Stadt wird das Haus betreiben, aber die Dienstleistung ‘Betreuung’ in andere Hände geben“, so Bürgermeister Volker Hatje. Ein Hausmeisterservice und die Begleitung durch Sozialarbeiter sollen geordnete Verhältnisse und eine reibungslose Integration ermöglichen.

Auch einen Anbau des Traditionshotels „Royal“ nutzt die Stadt bereits. In den möblierten Zimmern leben 52 Flüchtlinge. Als „Puffer“ stehen zudem 50 Betten in einem ehemaligen Gymnastikraum unter dem Hallenbad bereit. Die Plätze seien für den Notfall reserviert und dienten in keinem Fall als Dauerlösung, so Stadtrat Moritz.

In Elmshorn hatte die Entscheidung für Wirbel gesorgt, weil viele Bürger befürchteten, das sanierungsbedürftige Hallenbad zu verlieren. Eine Fehleinschätzung! Das Bad soll saniert oder sogar neu gebaut werden. „Eine Stadt wie Elmshorn braucht ein modernes Hallenbad“, sagte Bürgermeister Volker Hatje.

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erstellt am 09.Feb.2016 | 20:31 Uhr

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