Fußball : Vier Fragen zur Fußball-Weltmeisterschaft ...

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Neben den Olympischen Spielen ist die Fußball-Weltmeisterschaft das größte Sportereignis auf dem Globus. Am heutigen Donnerstag, 12. Juni beginnt die diesjährige Fußball-WM in Brasilien.

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11. Juni 2014, 18:20 Uhr

Bevor in Sao Paulo um 22 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit das Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber Brasilien und Kroatien angepfiffen wird, stellten wir den Fußball-Trainern der Herren-Teams aus dem UeNa-Verbreitungsgebiet folgende vier Fragen:

1. Wie intensiv werden Sie die WM-Spiele verfolgen? 2. Wie schätzen Sie die Chancen der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM ein? 3. Viele Fußball-Fans meinen momentan, es besser zu wissen, als der Bundestrainer – was sagen Sie zu Joachim Löws WM-Nominierungen?

4. Wer ist Ihr WM-Favorit?

Bernd Bressem (Trainer der 1. Herren des TSV Holm): 1. Ich möchte mir möglichst alle Spiele anschauen. Wir haben auch unsere Trainingseinheiten extra so gelegt, dass sie nicht zeitgleich mit den Deutschland-Spielen sind ... 2. Ich schätze unsere Chancen als gut ein – mindestens das Halbfinale sollte drin sein. 3. Ich habe mit den Nominierungen von Joachim kein Problem. Der Bundestrainer gibt vielen jungen Spielern, wie beispielsweise Erik Durm, eine Chance – das finde ich gut! 4. Es gibt zu viele gute Teams, um einen Top-Favoriten nennen zu können. Brasilien, Argentinien, Deutschland und Spanien schätze ich als ganz stark ein. Und Teams wie Chile, Uruguay und Italien haben das Zeug, zur Überraschungs-Mannschaft zu werden ...

Peter Ehlers (Trainer der 1. Herren des TSV Uetersen): 1. Soweit es machbar ist, werde ich mir alle Spiele anschauen. 2. Wenn das Abwehrverhalten von Deutschland sich stabilisiert, rechne ich mit einem Verbleib bis zum Final-Tag. 3. Ich denke, dass der Bundestrainer die richtigen Entscheidungen getroffen hat – und ich würde mir nicht anmaßen, es besser zu wissen. 4. Die Endspiel-Paarung lautet entweder Deutschland gegen Brasilien oder Spanien gegen Argentinien.

Mirco Seitz (bisher Trainer der 1. Herren des FC Union Tornesch, nun Liga-Obmann): 1. Das, was zeitlich machbar ist, werde ich mir auf jeden Fall anschauen. 2. Nach den letzten beiden Testspielen gegen Kamerun und Armenien sehe ich Deutschland nur bis ins Viertelfinale kommen. 3. Ich befürchte, unser System ist das Problem – und im Kader sind zu wenig Stürmer. 4. Favorit ist Argentinien.

Ingo Jopp (Trainer der 1. Herren des TSV Heist): 1. Ich werde natürlich versuchen, alle Spiele zu verfolgen. 2. Ich glaube, dass wir in der Vorrunde alle Partien gewinnen. Dieses Team hat die richtige Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern: Wir werden ins Finale kommen! 3. Eigentlich finde ich die Auswahl größtenteils in Ordnung. Ich hätte allerdings für Ron-Robert Zieler einen anderen dritten Torwart nominiert (Marc-André ter Stegen oder Bernd Leno) und einen weiteren „echten“ Stürmer (Stefan Kießling, Max Kruse oder Kevin Volland) mitgenommen. 4. Mein Favorit ist auf jeden Fall Brasilien! Dahinter stehen dann Deutschland, Spanien und die Niederlande sowie als Geheimfavorit Belgien.

Michael Kirmse (Fußball-Abteilungsleiter des Hetlinger MTV, zudem Coach der bisherigen B- und zukünftigen A-Jugend sowie bis zuletzt auch Interimstrainer der 1. Herren): 1. Ich werde die WM natürlich intensiv verfolgen. 2. Ich finde, dass die Deutsche Gruppe sehr stark ist. Im Eröffnungsspiel geht es gegen Portugal – und wenn dieses Spiel verloren gehen sollte, würde Deutschland unter großem Druck stehen, denn auch Ghana und die USA sind stark. 3. Es werden nicht die besten Fußballer Deutschlands antreten, aber ein gutes Team. Was mich wundert, ist, dass Joachim Löw neben Miroslav Klose keinen zweiten Stürmer in seinen Kader berufen hat. 4. Mein Favorit sind die Engländer: Sie haben ein junges Team, das viel erreichen und davon profitieren kann, dass keiner mit England rechnet ...

Arne Frank (Trainer der 1. Herren des Moorreger SV): 1. Bei der WM 1978 bin ich vom „Fußball-Virus“ befallen worden. Die WM-Zeit ist für mich immer eine ganz besondere und ich werde mir möglichst viele Spiele anschauen. 2. Wenn ein europäisches Team in Südamerika etwas erreicht hat, dann war es Deutschland. Bei den letzten Turnieren war ich immer optimistisch, was unsere Chancen betraf, doch dieses Mal bin ich skeptisch. Ich hoffe aber, dass wir weit kommen! 3. Die Diskussionen um einen zweiten Stürmer amüsieren mich. Auch, wenn der Ausfall von Marco Reus bitter ist, haben wir in der Offensive eine sehr hohe Qualität. Viel mehr Sorgen mache mir um unsere Abwehr, denn mir fehlt dort ein „echter“ Verteidiger. Mats Hummels und Jérôme Boateng werden es sowohl gegen quirlige als auch gegen kantige Stürmer schwer haben ... 4. Neben Spanien und Argentinien ist mein Favorit Uruguay. Dieses Land hat zwar weniger Einwohner als Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen, war aber bei der WM 2010 und den Junioren-Weltmeisterschaften der letzten Jahre immer vorne dabei.

Benjamin Köhnke (Trainer der 2. Herren des Heidgrabener SV): 1. Bei der WM 2006 habe ich mir jedes Spiel angeschaut, das übertragen worden ist. Das werde ich dieses Mal wohl nicht ganz schaffen – aber ich werde im Fernsehen sehr viele Spiele verfolgen. 2. Wenn unsere Stammkräfte wie unter anderem Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski topfit sind, dann sollte mindestens das Halbfinale möglich sein. Sie haben, wie man in den letzten 30 Minuten des Testspiels gegen Armenien gesehen hat, eine zentrale Rolle. 3. Anstelle von Matthias Ginter oder Christoph Kramer hätte ich mir einen Stürmer mehr im Kader gewünscht. Ansonsten sind die Entscheidungen von Joachim Löw zumindest nachvollziehbar. 4. Wenn sich die Unruhen in Brasilien in Grenzen halten, ist der Gastgeber für mich auch der Titel-Favorit.

Björn Hegewald (Trainer der 2. Herren des TV Haseldorf): 1. Ich versuche, so viele Spiele wie möglich sehen zu können – insbesondere die Begegnungen mit Beteiligung der Favoriten stehen bereits in meinem Terminkalender ... 2. Wie bei den letzten Turnieren, haben wir auch dieses Mal ein gutes Team zusammen. Ich hoffe, dass bei dieser WM alles zusammen passt und unsere Mannschaft mit dem Titel nachhause kommt! 3. Natürlich hat da jeder seine eigene Meinung, speziell zu der Tatsache, dass lediglich ein klassischer Stürmer nominiert wurde. Aber das Trainerteam um Joachim Löw hat so viele Informationen über jeden einzelnen Spieler und mit Sicherheit alle erdenklichen Szenarien genau durchdacht – deshalb hoffe ich, dass der Bundestrainer hier die richtigen Entscheidungen für das Team getroffen hat. 4. Natürlich ist Deutschland mein Favorit, aber ich halte Belgien für sehr stark und sehe auch die Brasilianer mit ihrem Heimvorteil weit vorne.

Marcel Reinke (Co-Trainer der 2. Herren des TSV Uetersen): 1. Wenn die Zeit es erlaubt, werde ich mir alle möglichen Spiele anschauen. 2. Ich glaube nicht, dass Deutschland zu den Favoriten gehört. Mein Tip ist: Maximal Viertelfinale. 3. Es gibt Nominierungen oder eher gesagt Nicht-Nominierungen (zum Beispiel von Max Kruse), die ich nicht verstehe. 4. Top-Favoriten sind für mich Spanien und Brasilien.

Ove Hinrichsen (Trainer der 1. Herren des Heidgrabener SV): 1. Die Deutschen Spiele schaue ich mir auf jeden Fall an; die anderen so, wie es gerade zeitlich passt. 2. Wir kommen ins Halbfinale. 3. Joachim Löw hat seine eigenen Vorstellungen und geht seinen Weg. Diesen zieht er durch und lässt sich nicht von vielen Möchtegern-Experten davon abbringen oder irritieren. Das finde ich gut. Aber die eine oder andere Aussage, zum Beispiel, dass er „nur fitte Spieler nominiert“, war etwas unglücklich und verfrüht! 4. Ich sehe die „üblichen Verdächtigen“ Brasilien, Spanien und Deutschland vorne – und tippe auf Brasilien.

Thomas Janiczek (Trainer der 1. Herren des TV Haseldorf): 1. Ich werde mir ganz bestimmte Spiele heraussuchen: Die Partien der „großen" Nationen, Spiele von den Mannschaften, die nicht nur auf Ballbesitz aus sind – und wenn Entscheidungen anstehen. 2. Ich hoffe, dass Mario Götze sich durchsetzt und von Anfang an spielt. Dann kann er mit Lukas Podolski, Miroslav Klose und Thomas Müller das Team mindestens ins Viertelfinale, eventuell auch ins Halbfinale bringen. Ab dem Viertelfinale ist auch viel Glück nötig – ich lasse mich aber gerne überraschen. 3. Es ist ganz einfach: Wenn unser Team weit kommt, hat Joachim Löw alles richtig gemacht. Und wenn Deutschland früh ausscheidet, gibt es was auf die Ohren ... 4. Einen Favoriten kann es nicht geben. Aus diesem Quartett kann aber einer Weltmeister werden: Brasilien, Spanien, Uruguay oder Deutschland. Meine Geheimfavoriten sind zudem Nigeria und Kamerun.

Uwe Hoffmann (Trainer der 2. Herren des Moorreger SV): 1. Ich schaue mir auf jeden Fall so viele Spiele wie möglich an. Bei den Partien, die um Mitternacht angepfiffen werden, muss ich dann sehen, wie es passt. 2. Deutschland ist eine Turnier-Mannschaft – irgendwie hat sich unser Team zuletzt immer durchgemogelt ... 3. Zwei Dinge haben mich überrascht: Zum einen, dass Joachim Löw nur einen Stürmer mitgenommen hat. Falls sich Miroslav Klose verletzt, könnte auch Thomas Müller ganz vorne spielen – Müller ist aber kein „gelernter Stürmer“. Und, dass nach der Verletzung von Marco Reus mit Shkodran Mustafi ein Verteidiger nachnominiert wurde. 4. Ich rechne neben Brasilien und Deutschland auch den Belgiern gute Chancen aus: Sie haben eine starke, junge Mannschaft, die eine relativ leichte Gruppe hat. Und dann gibt es sicher noch ein paar Überraschungsmannschaften.

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