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Uetersener Nachrichten

15. Dezember 2017 | 07:49 Uhr

Prinzenbar : Vielfältiger Pop: Karin Park

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die bislang wichtigste Erkenntnis im Leben der Sängerin Karin Park erlangte sie, als bei ihrem Freund Krebs diagnostiziert wurde. Sie sagt: „Ich habe verstanden, dass wirklich alles jeden Augenblick vorbei sein kann, und deswegen will ich nun nur noch machen, was mich glücklich macht.“ Durch die Diagnose hat Park nach eigenen Angaben gelernt, wirklich jeden Moment zu genießen und ihr Blick auf das Leben hat sich grundlegend verändert.

shz.de von
erstellt am 04.Mär.2015 | 18:59 Uhr

Mit einer großen Motivation hat Karin Park seit diesem Moment an neuen Songs gearbeitet und das Ergebnis ist ein mitreißender ehrlicher Pop, der aus Texten mit Tiefgang und Synthesizer-Klängen besteht. Dass die Künstlerin aus Schweden und Norwegen kommt, lässt sich bei den Songs nur schwer überhören. Es trifft skandinavische Heiterkeit auf eine dunkle Melancholie, die einen an die dunkle Jahreszeit erinnert und dennoch glücklich macht. Dieses ambivalente Verhältnis zwischen diesen beiden Gemütszuständen verkörpert wohl kaum ein anderer Musiker derzeit so gut, wie Karin Park. Die Melodien könnten zum Teil auch in Kinderliedern so wieder gefunden werden, doch diese betten sich dann in konträren düsteren Klangwelten. Auch ihr Äußeres könnte kaum gegensätzlicher sein: Mal zeigt sich Karin Park extrem feminin und dann radikal maskulin, was ihr in ihrer Heimat Norwegen bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad beschert hat. Dass dies nicht nur ihr Beitrag zur Pop-Kultur ist, sondern auch ein Statement zur Gleichberechtigung von Homosexuellen, betont die Sängerin immer wieder gerne. Über ihre Fans, die häufig auch aus der Gay-Community stammen, sagte sie kürzlich in einem Interview: „„Queere Menschen sind kreativ und sehr feinfühlig, sie spüren, dass ich ein starker Mensch bin. Wir haben viel gemeinsam.“ Des Weiteren ließ sich die Sängerin von der russischen Protest-Band „Pussy Riot“ zu dem Song „Hard Liquor Man“ inspirieren, in dem sie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abrechnet: „Der Song findet auf zwei Ebenen statt, ich wurde enttäuscht und rechne mit einem Mann ab, gleichzeitig ist es aber auch ein Protestsong.“

Trotz dieser sehr politischen Herangehensweise an die Musik möchte Karin Park keineswegs in Klischee-Schubladen gesteckt werden. Für sie seien auch andere Pop-Sängerinnen wie „Nicki Minaj“ oder „Rihanna“ großartige Vorbilder, da sie einfach genau das durchziehen würden, worauf sie Lust haben. Da sie eine genau Vorstellung von ihrer Kunst und ihrem Auftreten haben, seien beide Sängerinnen sehr ehrlich mit sich und der Welt.

Karin Park schafft es immer wieder ohne den mahnenden Zeigefinger zu heben, auf die Missstände in der Gesellschaft und der Welt aufmerksam zu machen.

Die mehrfache Gewinnerin des norwegischen Grammys hat musikalisch und persönlich ein neues Kapitel aufgeschlagen, in dem sie so ehrlich zu sich selbst ist, wie noch nie zuvor. Ihrer Musik tut das gut. Wie ihre neuen Songs klingen, kann man am Donnerstag, den 16. April, in der Prinzenbar in Hamburg erleben. Der Eintrittspreis für ihr Konzert beträgt 18 Euro im Vorverkauf. Beginn der Show ist um 20 Uhr. Weitere Informationen unter: www.karinpark.com

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