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ATS-Suchtberatung : Vielfältige Beratung und Prävention

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wer abhängig ist, braucht die Hilfe anderer“, so Suchttherapeut Andreas Janke. Er ist Team-Leiter an der Suchtberatungsstelle Tornesch-Uetersen. Die ATS-Einrichtung (ambulante und teilstationäre Suchthilfe) wurde vor zwölf Jahren gemeinsam von Tornesch und Uetersen mit dem Landesverein für Innere Mission in Räumen am Bahnhofsplatz 4 etabliert, um Suchtbetroffenen und Angehörigen vor Ort eine Anlaufstelle zu bieten und Präventionsangebote zu etablieren.

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erstellt am 20.Apr.2012 | 21:18 Uhr

Allein im vergangenen Jahr hat es 1416 Gesprächskontakte mit 395 Ratsuchenden gegeben und wurden 433 Betreuungen realisiert. Gespräche und Betreuung erfolgen unter strikter Einhaltung der Schweigepflicht, vertraulich und auf Wunsch sogar anonym. „Suchtkrankheit verstellt den Blick. Wer ein Problem mit Suchtmitteln hat, sollte etwas dagegen tun. Je eher, desto größer ist die Chance, mit dem Suchtproblem fertig zu werden“, betont Andreas Janke und er verweist darauf, dass eine Suchterkrankung jeden treffen kann und nichts mit mangelnder Willensstärke oder Charakterschwäche zu tun hat, sondern mit Gewohnheit, Abhängigkeit und Hilflosigkeit. Beraten, unterstützt und vermittelt wird in der ATS-Suchtberatungsstelle zu allen Bereichen des Suchtmittelmissbrauchs und der Abhängigkeit. Und neben Alkohol und Drogen sind das im wachsenden Maße Essproblematiken, Glücksspielsucht und auch Abhängigkeiten bei der Nutzung neuer Medien.

Zum Team der ausgebildeten Sozialpädagogen, Suchttherapeuten beziehungsweise Psychologen gehören aktuell Andreas Janke, Matthias Müller, Barbara Wetjen, Ronja Plew sowie Vanessa Eich und Tabea Kinski. Beraten werden jugendliche und erwachsene Betroffene sowie deren Angehörige. Je nach Grad der Abhängigkeit und Vorliegen von psychosozialen Problemen bietet die Suchtberatungsstelle Hilfen an, die für den einzelnen angemessen und annehmbar sind. „Welche Hilfe für Betroffene oder Angehörige sinnvoll und möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Dabei ist es zunächst unerheblich, welches Suchtproblem jemand aufweist“, so Andreas Janke. Hilfe wird in Einzel- oder Gruppenangeboten und durch die Erarbeitung eines individuellen Ausstiegs aus der Suchterkrankung gewährt. Zudem werden notwendige Hilfen für Behandlungen sowie Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermittelt und wird bei Antragsformulierungen an Kostenträger geholfen.

Eng ist die Zusammenarbeit mit Ärzten, Krankenhäusern und Institutionen und im Präventionsbereich mit Bildungseinrichtungen und Unternehmen in der gesamten „Region Mitte“ des Kreises Pinneberg. Auch Arbeitgebern, Pädagogen und anderen Interessierten stehen die Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle mit Informationen und unterstützend mit Präventionsangeboten zur Verfügung. Vanessa Eich und Tabea Kinski sind für den Bereich der Jugendberatung und die Präventionsangebote an Schulen zuständig, Ronja Plew leitet das Angebot „Kleine Riesen“, das Kinder aus suchtbelasteten Familien auffängt. Ein weiterer Bestandteil der Arbeit der ATS Suchtberatungsstelle ist die ambulante medizinische Rehabilitation (therapeutische Einzelgespräche, Indikationsangebote), die Suchterkrankten helfen soll, unter Alltagsbedingungen die Abhängigkeitsproblematik zu bearbeiten und eine dauerhafte Abstinenz zu entwickeln. Die Einzelgespräche werden den persönlichen Bedarfen angepasst. Auch die Krisenbewältigung im eigenen Wohnraum rund um Suchtproblematiken wird von den Mitarbeitern der ATS-Suchtberatung durch Begleitung sowie individuelle und geschlechtsspezifische Hilfeplanungen unterstützt.

Zu erreichen sind die Mitarbeiter der Suchtberatung in offener Sprechzeit in Tornesch dienstags von 15 bis 18 Uhr und in einer Sprechstunde montags von 15 bis 17 Uhr im Uetersener Martin-Luther-Haus. Bürozeiten zur flexiblen Terminvereinbarung sind Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr. Zu erreichen ist die Suchtberatungsstelle unter Telefon: 04122/960040; Fax: 04122/960041 oder E-Mail: sucht.tu@ats-sh.de. Infos auch unter: www.ats-sh.de

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