Geburtstag von Matthias Claudius : Viel Vergnügen zum 275. Wiegenfest

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Wie kein anderer deutscher Dichter hat Matthias Claudius es verstanden, mit volkstümlichen, einfachsten Versen die kleinsten Dinge der großen Welt poetisch zu betrachten und seiner Leserschaft – in ganz Deutschland zu Hause – ins Herz zu schreiben. Seine mehrbändigen gesammelten Werke, von deren Erlös er seine Familie zu ernähren versuchte, standen nicht nur in den Bücherschränken in Dorf und Stadt, auf Adelssitzen und in Fürstenhöfen, sondern wurden dort auch überall gelesen.

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11. Januar 2015, 19:03 Uhr

Dieser Dichter, zeitlebens in Holstein zu Hause, begeht dieses Jahr ein Doppeljubiläum. Es jährt sich nicht nur sein Geburtstag, sondern auch sein Todestag: am 21. Januar vor 200 Jahren ist er in Hamburg gestorben.

„Ich habe vieles nicht, aber’n Geburtstag hab ich doch. . .“ lautet der Titel der Musikalisch-Literarischen Reise, deren Programm Elsa Plath erarbeitet hat und wozu sie und ihr Ensemble, Sopranistin Veronika Haker und Bettina Jung am Klavier, herzlich einladen. Zumal der damalige Klosterflecken durch die enge Freundschaft des Dichters mit Uetersens prominenter Klosterdame Gräfin Augusta Stolberg (Goethes Gustgen) gelegentliches Ausflugsziel von ihm war.

Auf originelle Weise hat der Dichter seinen Lesern mitgeteilt, wie er seinen Geburtstag des Jahres 1777 beging, und die Beschreibung dieses Tages mit Reisbrei, Triangel und Kuchen bildet den Einstieg in die höchst vergnügliche Matinee in der Museumsscheune Langes Tannen am 25. Januar mit Beginn um 11.30 Uhr.

Claudius’ Lebensweg nachspürend, wird das Publikum mit Vergnügen die „krumme Lorenza“, die dem jungen Dichter den Hals brach, als er sich in Lübeck um eine Organistenstelle bewarb, obwohl er doch im Choralspiel aufs beste bewandert war, kennen lernen: Im flotten Dreivierteltakt gespielt, eignete sich, wie man hören wird, das Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ als Walzer, um welchen er von seinen Kindern gebeten wurde.

Der leidenschaftliche Klavierspieler Claudius gab seine Gedichte am liebsten in musikalischem Gewand in Druck, und so bringt die Matinee durch die Verbindung mit Wort und Musik das ausgehende 18. Jahrhundert, genannt „Das goldene Zeitalter Dänemarks“, zum Klingen. Mit hohem künstlerischen Anspruch untermalt und in Szene gesetzt von eigens ausgesuchten Lichtbildern im Hintergrund.

Zu dieser Kultur-Veranstaltung an der Heidgrabener Straße können bereits jetzt Karten zum Preis von zwölf Euro im Rathaus unter der Telefonnummer 04122/714372 vorbestellt werden.

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