Runder Tisch im Rathaus : Viel ist nicht zu holen bei den Sozialvereinen

Wie ist die Lage bei den Sozialverbänden? Welchen Beitrag können sie beim Thema Konsolidierung des städtischen Haushalts leisten? Die erste Privilegiertenrunde, die mit der Stadt zusammentraf, um Finanz-Standpunkte auszutauschen, endete ergebnisoffen. Den acht am Tisch sitzenden Politikern (zwei aus jeder Fraktion) war schnell klar: Da ist nicht viel zu holen.

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17. Oktober 2012, 19:00 Uhr

Stefan Preck vom DRK-Ortsverband wies zum Beispiel daraufhin, dass die Einnahmeseite nicht mehr erhöht werden könne, da die Mitgliedsbeiträge bundeseinheitlich festgelegt worden sind. Angenehm, so Preck im UeNa-Gespräch, sei gewesen, dass nicht versucht worden sei, an der Raummiete und den Nebenkosten zu drehen. Bei einer Erhöhung dieser Kosten müssten viele Vereine ihre Arbeit vor Ort einstellen.

Mit dem DRK saßen die Awo, das Freiwilligenforum, die „Uetersener Tafel“, der Sozialverband, „Menschen helfen Menschen“ und die Diakonie am Runden Tisch des Ratssaales.

Bescheinigt wird den Politikern auch von Hans Hermann Peters, dem Vorsitzenden des SOVD, dass diese an einem angenehmen Gesprächsklima interessiert gewesen seien. „Ich fand die Idee des Runden Tisches gut. So haben wir auch einmal etwas von der Lage der anderen Vereine erfahren. Ich würde es begrüßen, wenn das in absehbarer Zeit mal wieder gemacht würde.“ Peters stellte klar, dass der SOVD seit Jahren keine Zuschüsse mehr vonseiten der Stadt erhalte. Auch bezahle der Verband für seine monatlichen Treffen in der Kleinen Stadthalle einen finanziellen Beitrag.

Mehrere Vereinsvertreter machten deutlich, dass sie durchaus zu finanziellen Zugeständnissen bereit seien. Diese würden den Kohl aber auch nicht fett machen. Das DRK zum Beispiel bot an, auf den städtischen Zuschuss in Höhe von 500 Euro für die nächsten Jahre zu verzichten. Und die Awo ließ wissen, dass ihre Räumlichkeiten an der Berliner Straße auch Dritten zur Verfügung gestellt werden könnten. Auch die „Tafel“-Vertreterin, Sabine Hamann, signalisierte Gesprächsbereitschaft, machte jedoch zugleich darauf aufmerksam, dass die 800 Kunden nur dann weiterhin stabil versorgt werden könnten, wenn die finanziellen Anspannungen nicht zu groß würden.

Die Vertreter der Sozialverbände wurden gebeten, ihre wirtschaftlichen Verhältnisse noch einmal schriftlich bei der Verwaltung einzureichen. Und auch die Fraktionen benötigen weitere Zahlen, um sozialverträglich entscheiden zu können. Dass gespart werden muss, war allen am Runden Tisch klar. Doch wie und wieviel, darum wird in den kommenden Wochen gerungen.

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