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Haus Ueterst End : Vertriebenenverein in Uetersen verkauft sein Heim

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einst hatte der Verein zur Erhaltung des ostdeutschen Kulturgutes Uetersen/Tornesch fast 200 Mitglieder, jetzt nur noch 30. Die Kirchengemeinde zeigt Interesse am Vereinsheim Haus Ueterst End.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Uetersen | Gedrückt war die Stimmung bei der Mitgliederversammlung des Vereins zur Erhaltung ostdeutschen Kulturgutes Uetersen/Tornesch. Denn die einst fast 200 Mitglieder sind mittlerweile auf nur noch 30 Personen zusammengeschrumpft, und gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) bereitet der Verein den Verkauf des Vereinsheims Haus Ueterst End vor.

„Wir sehen, dass unsere Mitglieder älter werden und wenige junge dazukommen“, fasste der Zweite Vorsitzende, Joachim Rudat, das Dilemma des Vertriebenenvereins zusammen. Einst konnte der Verein auf eine stattliche Zahl an engagierten Mitstreitern blicken, doch nun fanden nur noch etwa 15 Personen ihren Weg zur Jahresversammlung. Schweren Herzens haben sich die Mitglieder und die des SHBB, denen Ueterst End gemeinschaftlich gehört, darauf verständigt, das von ihnen liebevoll restaurierte Haus zu veräußern.

 „Als wir es 1982 bekamen, war es eine Halbruine, die Stadt wollte es eigentlich abreißen“, erinnerte sich Rudat. „Für fast 1,4 Millionen Deutsche Mark wurde es generalüberholt, auch mittels Fördermitteln und sehr hohen Spenden der Mitglieder unseres Vereins und des SHHB.“ Viele tausend Stunden haben die Mitglieder der Vereine mitgearbeitet, um das im Jahre 1813 entstandene Gebäude wieder herzurichten.

Renovierung kostete 1,4 Millionen Deutsche Mark

Kaufinteressent für Ueterst End ist jetzt die Kirchengemeinde am Kloster. „Ein konkretes Angebot der Kirche erwarten wir für Ende März“, kündigte der Vorsitzende, Frank Farin, an. Die Entscheidung, das ehemalige Schulgebäude zu verkaufen, sei aufgrund der schwindenden Mitgliederzahl vernünftig, „vom Prinzip her sehen das auch alle ein“, so Rudat. Die Abwicklung ist für die aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands Vertriebenen, die sich hier eine Erinnerungsstätte an die alte Heimat geschaffen haben, trotzdem schmerzhaft. Wenn Ueterst End erst einmal verkauft ist, werden sich die Vertriebenenvereine, die hier ihre Versammlungen abhalten, eine andere Veranstaltungsstätte suchen müssen. Neben den beiden Eigentümervereinen betrifft das auch die „Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen“.

Einer der wesentlichen finanziellen Eckpfeiler des Vereins zur Erhaltung ostdeutschen Kulturguts war es bis vor kurzem noch, Einnahmen durch die Vermietung von Räumen für private Feiern zu generieren. Dies wurde aber nun seitens der Stadt untersagt, eine gewerbliche Vermietung sei nicht zulässig. Entsprechend hat sich die finanzielle Situation des Vereins erheblich verschlechtert.

Bausparvertrag muss angebrochen werden

„Im vergangenen Jahr haben wir rund 2000 Euro mehr ausgegeben, als wir eingenommen haben“, fasste Schatzmeister Dietrich Müller zusammen. Da im Januar 2017 bereits hohe Ausgaben getätigt werden mussten, wurde nun der Bausparvertrag angebrochen. „Unsere Finanzierung ist aber dennoch für viele Jahre gesichert“, versicherte Rudat.

Im Zuge der Wahlen wurde Alke Horeschi neue Schatzmeisterin, Schriftführer Kurt Uwe Heidecke wurde in seinem Amt bestätigt. Beisitzer sind nun Wolfgang Fiedler, Joachim Krüger und Dietrich Müller. Farin kündigte an, sich aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen künftig häufiger zurückzunehmen. „In meiner Abwesenheit wird mich Erwin Krüger vertreten“, so Farin. Krüger (Foto) , der vielen in der Region als „Leierkastenmann“ bekannt ist, hat den Verein 1981 gegründet und jahrzehntelang als Vorsitzender geleitet.

Auch für die GbR Haus Ueterst End, bestehend aus Vertretern des Vereins und des SHHB, stand eine Ämtervergabe an. Der Verein zur Erhaltung ostdeutschen Kulturguts stellt hier drei von sechs Vorstandmitgliedern. Dietrich Müller trat von diesem Posten zurück, Joachim Krüger nimmt seine Stelle ein. Auch für die Gesellschafterversammlung der GbR stand eine Nachwahl an, hier nimmt künftig Dietrich Müller teil.  

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