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Authentische Geschichtsstunde : Verlorene Lebensjahre

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Für mich sind die Jahre zwischen 1939 und 1949 zehn verlorene Lebensjahre“, sagt Joachim Heyland. Der 93-jährige Heidgrabener war auf Einladung von Schulleiter Wolfgang Balasus zu Gast an der Rosenstadtschule, um zwei neunten Klassen und Geschichtslehrerin Kirstin Mangold als Zeitzeuge aus dem Krieg und der anschließenden russischen Kriegsgefangenschaft zu berichten. Geschichtsunterricht ist häufig trocken und abstrakt.

„Der Bericht eines Zeitzeugen ist nicht mit dem Sehen eines Films oder dem Lesen eines Buchs zu vergleichen“, ist die Überzeugung von Balasus. Tatsächlich war es zwei Schulstunden lang mucksmäuschenstill im Klassenraum. Ergriffen verfolgten die Jugendlichen den Ausführungen des rüstigen Seniors, der von 1960 bis 1974 an der Grund- und Hauptschule Heidgraben unterrichtet und von 1974 bis 1983 die Hauptschule am Schulzentrum Moorrege geleitet hat.

Er erzählte von seiner glücklichen Kindheit und Jugend in Schlesien, von seinen Kriegserlebnissen als Soldat sowie von seiner Gefangennahme 1944 und der anschließenden Arbeit als Kriegsgefangener im Ural. Auch die Erschießung seines Vaters, der Menschen Unterschlupf gewährt hatte, sparte er nicht aus. „Authentisch und mit der nötigen Distanz hat Joachim Heyland von seinen Erlebnissen berichtet“, so Schulleiter Balasus, der eine wichtige schulische Aufgabe darin sieht, Schüler anzuleiten, ein historisches Urteilsvermögen zu entwickeln und sich eine kritische Meinung zu bilden. „Die Neuntklässler haben eine hochinformative und lebendige Geschichtsstunde als Ergänzung zum Unterricht erlebt und am Beispiel eines Menschen verstanden, wieviel Leid und Unglück ein verbrecherisches System über die Welt bringen kann“, ergänzte er.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 18:32 Uhr

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