zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

22. Oktober 2017 | 23:38 Uhr

Schafweide : Verletzt Moorrege geltendes Recht?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ist die Argumentation der Gemeinde Moorrege zur Teilung des Flächennutzungsplanes auf der Schafweide doch nicht so wasserdicht, wie von der CDU-Mehrheitsfraktion behauptet? Die Initiatoren einer Unterschriftenaktion gegen den Bau eines Supermarktes an der B431 haben eine Ausarbeitung in Auftrag gegeben, die eine Reihe von Gegenargumenten auflistet. „Wir wollen uns das nicht einfach so gefallen lassen“, erklärt Irene Oltersdorf.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2012 | 20:29 Uhr

Zusammen mit drei Kolleginnen hat die Mitarbeiterin der Bäckerei Eggers – den Moorreger Traditionsbetrieb und damit auch ihre Arbeitsplätze sehen sie existenziell durch die Supermarktpläne bedroht – die Expertise nicht nur an die Ueterser Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) und den Moorreger CDU-Fraktionsvorsitzenden Georg Plettenberg und seinen Parteifreund, den Gemeindeverbandsvorsitzenden Jan Schmidt geschickt. Auf Unterstützung hoffen die Moorregerinnen auch wenige Tage vor dem Urnengang von den CDU-Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier und dem SPD-Kandidaten Thomas Hölck. Ausgangspunkt der Argumentation ist, dass es sich um eine künstliche Teilung des Projekts in Flächennutzungspläne für den Supermarkt und die Wohnungsbebauung handelt. CDU-Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg hatte während der jüngsten Gemeinderatssitzung die Einheit des Vorhabens sogar betont.

Das Baugesetzbuch wird nun in der Expertise zum gemeinsamen Flächennutzungsplan von Uetersen, Tornesch, Moorrege und Heidgraben zu Rate gezogen. Danach ist es aber nicht möglich, ein einheitliches Grundstück in Teile zu zerlegen, um Rechte anderer Vertragspartner zu unterlaufen.

Ein weiteres Gegenargument wird aus dem Landesentwicklungsplan gezogen, der bis 2025 gültig ist. Danach können Gemeinden ohne zentralörtliche Einstufungen wie Moorrege nur Supermärkte bis 800 Quadratmeter zulassen. Der Rewe-Supermarkt auf der Schafweide soll 1600 Quadratmeter umfassen. Hüter der Landesentwicklung ist das Innenministerium, aus dem die Moorreger CDU den Tipp zur Teilung des Flächennutzungsplanes bekommen haben soll.

Außerdem verstößt der Schafweide-Supermarkt gegen die Regel des Landesentwicklungsplanes, wonach dies nicht zu Lasten bestehender Einrichtungen eines Zentralen Ortes gehen soll, in diesem Fall zu Lasten Uetersens. Nach einem Gutachten werden 88 Prozent des Rewe-Umsatzes aus den Nachbarkommunen kommen. Ue tersener Einzelhändler müssen mit einem Minus von drei Millionen Euro jährlich rechnen. Besonders die Märkte rund um den Gerberplatz dürfte diese Entwicklung treffen.

Als Schlussfolgerung sieht die Ausarbeitung eine „bewusste Verletzung von geltendem Recht“ durch Moorrege.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert