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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 02:37 Uhr

Bauausschuss : Verkehrsgutachten wieder im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses werden sich am Montag, dem 5. März, in ihrer öffentlichen Beratung ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses mit dem Verwaltungsvorschlag befassen, ein integriertes Verkehrskonzept, das auch die Interessen der Nachbarkommunen berücksichtigt, zu beauftragen.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2012 | 20:49 Uhr

Bereits vor einem Jahr stand die Vergabe eines Verkehrsentwicklungsplanes für Tornesch im Bauausschuss auf der Tagesordnung. Es wurde jedoch letztlich keins der angefragten Büros beauftragt. Die Christdemokraten plädierten sogar dafür, erst ein Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben, wenn die Bauvorhaben Tornesch Am See sowie die gewerbliche Entwicklung von HellermannTyton und Hawesko sowie der Sportplatzneubau am Großen Moorweg abgeschlossen sind. Zu den Forderungen der Interessengemeinschaften Lindenweg und Südtangente ist nun auch die Forderung der Stadt Uetersen nach einem Verkehrskonzept gekommen. Uetersen hat im Rahmen der gemeinsamen Flächennutzungsplanung Bedenken hinsichtlich der Verkehrsabwicklung zwischen Uetersen und der A23 ins Feld geführt und vorerst durch die ablehnende Haltung die Erweiterung des Unternehmens Hellermann behindert. Deshalb besteht nun zum Thema Verkehrsplanung mit Analyse der Gebietsstruktur und des Verkehrsaufkommens Handlungsbedarf.

In der Februar-Sitzung des Bau- und Planungsausschusses hatten sich die Mitglieder mit den von der Stadt durchgeführten Verkehrsmessungen am Lindenweg (neu aufbereitete Daten) und am Esinger Weg befasst. Die Verkehrszahlen und gemessenen Geschwindigkeiten aus den drei Messperioden im Herbst 2011 aus dem Lindenweg veranlassten Gerd Nellissen von den Grünen zu der Äußerung: „Der Lindenweg muss dicht gemacht werden“.

Die Grünen erinnerten an einen Beschluss des Bauausschusses im Jahr 1982 für einen Wendehammer am Lindenweg. Allerdings ist diese Empfehlung des Bauausschusses damals nicht durch den Gemeinderat bestätigt worden. Auch der betreffende B-Plan 15 wurde inzwischen aufgehoben. Auch der FDP-Politiker Karlheinz Böhmke verwies darauf, dass der Lindenweg ein Bereich sei, der unbedingt von Durchgangsverkehr entlastet werden müsse. „In einem Verkehrsgutachten muss der Lindenweg unbedingt eine zentrale Rolle spielen“, so Böhmke. Der Christdemokrat Andreas Quast schlug vor, die ermittelten Zeiten für Geschwindigkeitsüberschreitungen an die örtliche Polizei weiterzugeben, da sie zuständig für die Überwachung des Straßenverkehrs sei. Manfred Mörker (SPD) widmete sich der Fahrradstraße im Esinger Weg. Dort waren Geschwindigkeitsrekorde von mehr als 87 km/h und trotz des Verbots fast 200 Lkw in dem Messzeitraum erfasst worden. Schulkinder seien mit ihren Rädern kaum in der Fahrradstraße unterwegs, so Mörker. Er fragte nach dem Sinn der Fahrradstraße und schlug vor, deren Aufhebung zu veranlassen. Bürgermeister Krügel riet davon ab. Dann müsse der Straßenabschnitt ausgebaut werden und sei mit noch mehr Lkw-Verkehr und Geschwindigkeitsüberschreitungen zu rechnen. Die Tornescher Fahrradstraße war die erste Straße dieser Art im Kreis Pinneberg. Auf ihr haben sich Kraftfahrer der Geschwindigkeit der Radfahrer anzupassen. Interessengemeinschaft IGeL: Lindenweg als verkehrsberuhigte Zone. Die Interessengemeinschaft Lindenweg (IGeL) hatte mit „großem Befremden“ die Äußerungen von Bürgermeister Roland Krügel auf der Februar-Sitzung des Bauausschusses aufgenommen.

„Für den wesentlich geringer befahrenen Esinger Weg rechnete der Bürgermeister der anwesenden Öffentlichkeit vor, dass eine Fahrspur für Fahrzeuge mindestens 3,5 Meter betragen muss. Wie kann es sein, dass für die stark befahrene Anwohnerstraße Lindenweg 2,75 Meter ausreichend sein sollen? Herr Krügel macht die Anliegerstraße Lindenweg gemäß öffentlicher Aussage zu einer Durchgangsstraße, obwohl diese schmaler ist als die Mindestbreite einer Fahrradstraße“, macht IGeL-Sprecher Jens Kampe deutlich. Er weist darauf hin, dass die von der Stadt selbst durchgeführte Verkehrszählung im Lindenweg im Herbst 2011 erneut ergeben hat, dass etwa 3000 Fahrzeuge täglich durch den Lindenweg fahren, darunter durchschnittlich 30 Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen. „Damit bestätigen sich die Hochrechnungen von zwei Gutachtern, dass sich in naher Zukunft nach Fertigstellung von Tornesch Am See, dem Sportzentrum am Großen Moorweg und dem Ausbau der K22 sich durchschnittlich 4400 Fahrzeuge durch die schmale Anliegerstraße quälen werden“, so Jens Kampe. Er begrüßt, dass Politiker der Grünen und der FDP im Bauausschuss darauf hingewiesen haben, dass der alleeartige Charakter des Lindenweges das Stadtbild positiv prägt und erhalten werden sollte und die Straße ein zentraler Punkt in einem Gesamtverkehrsgutachten sein müsse.

„Die Interessengemeinschaft IGeL fordert die Beauftragung eines Generalverkehrsplans und den Rückbau des Lindenweges in eine verkehrsberuhigte Zone“, so IGeL-Sprecher Kampe.

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