Zuwanderer : Verheddert im Amtsdickicht

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Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt rechnet nicht mit einem baldigen Ende des Bürgerkriegs in Syrien. Während einer Veranstaltung des Einwandererbundes mahnte er deshalb weitere Anstrengungen für die Integration von Flüchtlingen sowie eine unaufgeregte Diskussion über den Umgang mit Zuwanderung an.

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17. Juni 2015, 19:00 Uhr

„Schleswig-Holstein ist auf einem guten Weg, aber wir haben noch eine lange Wegstrecke vor uns, und die Integration von Flüchtlingen wird uns nur gemeinsam gelingen“, sagte er am Dienstag im Elmshorner Industriemuseum.

Der SPD-Politiker rührte die Werbetrommel – für einen fairen Umgang mit Flüchtlingen, mehr ehrenamtliches Engagement bei der Integration, für Solidarität und gegen Ausgrenzung. „Migranten tragen in unterschiedlicher Weise zur gesellschaftlichen Vielfalt bei. Das macht Schleswig-Holstein reich“, sagte Stefan Studt. Er versprach, die in vielen Teilen der Bevölkerung aufkommende Angst angesichts der hohen Flüchtlingszahlen ernst zu nehmen, appellierte aber auch an die starke Gemeinschaft alle Schleswig-Holsteiner, „die niemanden zurücklässt, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund“, so Studt.

In der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik, eines der aktuell zentralen Themen in den parlamentarischen Gremien, will die Landesregierung die Kommunen stärker unterstützen. Sie sollen freie Hand bei der Initiierung neuer Zuwanderungs- und Integrationsgremien bekommen und Hilfe bei der engeren Vernetzung mit dem Land. „In der zweiten Jahreshälfte wird eine entsprechende landesweite Servicestelle ihre Arbeit aufnehmen“, sagte der Innenminister.

Dass viele Initiativen der Landesregierung zwar gut gemeint, aber die Auswirkungen an der Basis noch nicht zu spüren sind, bekam der Gast aus Kiel vor allem von denjenigen zu hören, die sich schon jetzt für eine Willkommenskultur und die Betreuuung von Flüchtlingen einsetzen. Christiane Bergmann aus Appen, seit vielen Jahren in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen aktiv und eine streitbare Bürgerin, mahnte vor allem unkomplizierte Verwaltungsabläufe an. Unklare Zuständigkeiten, Sprachprobleme und Übersetzungsfehler machten Helfern wie ihr das Leben schwer.

Bergmann zeichnete das Bild von einem nur schwer zu durchdringenden Verwaltungsdickicht, in dem sich nicht nur die Flüchtlinge, sondern mit ihnen auch die Helfer verheddern.

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