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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 00:28 Uhr

Helgoland : Verein übernimmt die Düne

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Kieler Umweltministerium hat einen Ahrensburger Naturschutzverein mit der Betreuung der vorgelagerten Düne und insbesondere der Robbenkolonie beauftragt. Auf der Insel hat die Entscheidung für Verärgerung gesorgt, denn die Helgoländer fühlen sich übergangen.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2015 | 21:18 Uhr

Die Helgoländer Düne mit ihren einzigartigen Dünenbiotopen ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. In der Wintersaison kommen hier jährlich zwischen 200 und 250 Kegelrobben zur Welt – Tendenz steigend. Auf den Geburtenzuwachs hat das Kieler Umweltministerium jetzt mit einem intensiven Robben-Management reagiert. „Einerseits bedürfen die Robben während der Wintermonate eines besonderen Schutzes vor neugierigen Touristen, andererseits sind es in den Sommermonaten die Touristen, die über mögliche unerwartete Begegnungen mit Robben aufgeklärt werden müssen“, heißt es in einer Erklärung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), das für die naturschutzfachliche Betreuung der Helgoländer Düne verantwortlich ist.

Bislang waren es die Helgoländer, allen voran Seehundjäger Rolf Blädel, die sich um die Aufklärung der Gäste und die Besucherlenkung auf der Düne kümmerten. Dass diese Aufgabe zukünftig der in Ahrensburg ansässige Verein Jordsand übernehmen wird, erfuhren die Helgoländer aus den Medien. Bei den Vertragsverhandlungen saßen sie nicht mit am Tisch. Zunächst befristet auf zwei Jahre übernimmt Dr. Rebecca Störmann die Schutzgebietsbetreuung und wird in ihrer Arbeit von vier freiwilligen Helfern unterstützt. Zu ihren Aufgaben gehört auch, die Entwicklung des Naturschutzgebietes zu dokumentieren. Die Vorgehensweise des Landes ist nicht nur auf Helgoland auf Unverständnis gestoßen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann forderte Umweltministerium und Landesamt auf, zeitnah Gespräche mit allen Beteiligten zu führen, „um etwaige Missverständnisse aus der Welt zu schaffen“. Wenn über die Düne Verträge gemacht würden, so Rossmann weiter, gehöre Helgoland unbedingt mit an den Tisch.

In der kommenden Woche treffen sich die politischen Gremien Helgolands zu Beratungen über die weitere Vorgehensweise, um im Anschluss möglicherweise Gespräche mit dem Verein aufzunehmen. Bis dahin, so Tourismusdirektor Klaus Furtmeier, gebe es keine weitere offizielle Stellungnahme.

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