zur Navigation springen

Tantaus Allee : Verdichtung: Bürger sind dagegen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es sind eine ganze Menge Themen, mit denen sich das Rathaus und die lokale Politik derzeit befassen müssen: Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge in Uetersen, Raumsituation an der Friedrich-Ebert-Schule, Unterhalt der städtischen Gebäude, Grabsteinentsorgung auf dem Cäcilie-Bleeker-Park, bauliches Umfeld am städtischen Kindergarten an der Herderstraße, Sanierung der Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle, und die schwierige Finanzsituation der Stadt. Allen recht machen kann es die Exekutive vor Ort nicht.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2015 | 21:31 Uhr

Nicht anders verhält es sich bei einem Bauvorhaben, das im Frühjahr dieses Jahres erst einmal gestoppt wurde, weil sich das Vorhaben augenscheinlich nicht in die bestehende Bebauung einfügen wollte. Der Vorhabenträger, die Bauart & Wohnkultur GmbH aus Elmshorn, hat nun nachgebessert und einen Alternativentwurf vorgelegt, der am 1. Oktober beraten werden soll. Inhaltlich geht es um das Grundstück an der Straße Tantaus Allee 10 - 14. Dort befindet sich ein langgezogenes Gebäude, das der Abrissbirne zum Opfer fallen soll.

CDU, SPD, Bündnisgrüne und BfB haben sich von 19 Uhr an ein weiteres Mal mit der Frage zu befassen, ob sich die neuen Pläne jetzt in die Umgebung einfügen. Die Verwaltung empfiehlt, dem Antrag des Investors zuzustimmen, mehrere Anwohner sind anderer Ansicht und haben sich bereits per Offenem Brief an die Entscheidungsträger gewandt.

Jürgen Pawlack, einer der Nachbarn, hat darin mitgeteilt, dass die Bedenken noch nicht ausgeräumt worden seien. Insbesondere erinnert Pawlack an den Wunsch von CDU und Bündnisgrünen vom Frühjahr, eine einvernehmliche Lösung zwischen Vorhabenträger und Nachbarschaft anzustreben. Der Vorhabenträger sei bislang nicht auf die Nachbarschaft zugegangen.

Die Gebäude passten sich nun zwar besser in die Straßenflucht – nicht aber in die Straßenfront ein. Schließlich sei nun geplant, die Gebäudehöhe auf zwölf Meter anwachsen zu lassen. Die Politik habe bereits dem ersten Entwurf widersprochen, weil er sich mit zehn Metern Gesamthöhe nicht in die Umgebung eingefügt habe.

Die Nachbarn kritisieren zudem, dass die vor dem Gebäude geplanten Parkplätze, eine Straßenbebauung, wie bislang an der Tantaus Allee üblich, unmöglich werden lasse. Ihnen erschließt sich nicht, warum oberirdische Parkplätze trotz der nun beabsichtigten Tiefgarage weiterhin benötigt würden.

Die Stadtverwaltung hingegen empfiehlt, dem jetzt vorliegenden Konzeptentwurf als Basis für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 39 zuzustimmen. Jedoch mit dem Vermerk, dass 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit vorgehalten werden müssen und maximal zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss errichtet werden dürfen. Allerdings schlägt auch die Verwaltung vor, es bei der Gebäudemaximalhöhe von zwölf Metern zu belassen. Analog der Frontbebauung der Umgebung soll der Vorhabenträger verpflichtet werden, eine zwei Meter hohe Hecke entlang der Straße zu pflanzen. Die Verwaltung möchte zudem erreichen, dass auf dem Grundstück acht Bäume gepflanzt werden.

Mit dem Bauvorhaben wird das Landesziel unterstützt, in Zukunft möglichst auf Neuversiegelungen von Flächen zu verzichten und stattdessen auf innerstädtische Verdichtung zu setzen. Das birgt, nicht nur in diesem Fall, Konfliktpotenzial.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert