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Benefizkonzert : Verantwortung vor der Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Kloster Uetersen und die Kirche St. Johannes zu Seester sind historisch eng miteinander verbunden. Als das Kloster durch Sturmflut- und Feuerkatastrophe Anfang des 15. Jahrhun­derts quasi an den Bettelstab geraten war, schenkte der damalige Papst dem Kloster die Einkünfte der Kirche von Seester. Heute wären das die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Der Arm der Geschichte reicht weit. Noch heute ist der jeweilige Klosterprobst von Uetersen Patron (Schirmherr) der Dorf­kirche von Seester.

Das Gotteshaus, erbaut im 15. Jahrhundert, ist in die Jahre gekommen – eine umfangreiche Sanierung ist nicht zu umgehen. Um die dafür notwendigen Eigenmittel aufzutreiben, ist die Ge­mein­de auch auf Spenden Dritter angewiesen. Die Reihe der zu diesem Zwecke seit längerem durchgeführten Benefizkonzerte wird am 24. April um 17 Uhr mit einem Konzert von Musik­schaffenden aus Uetersen beendet. Eine Woche später wird die Kirche am 1. Mai wegen der Sanierung des Innenraumes für mehrere Monate geschlossen.

Sowohl Sabine Mennerich als Elsa Plath versehen hin und wieder den sonntäglichen Orga­nistendienst in Seester. Der Dorfkirche dadurch in besonderer Weise verbunden, entwickelten beide die Idee eines Benefizkonzerts und fanden musikalische Mitstreiter in der Rosenstadt. Zu einem runden, interessanten und gefälligen Programm mit Werken aus der Barockzeit steuert Cellistin Mihaela Lejeune Cellosuiten aus der Feder Johann Sebastian Bachs bei, eine prachtvolle, selten gehörte Musik. Veronika Haker wird mit ihrer Sopranstimme den Kirchenraum mit Gesängen von Georg Friedrich Händel und dem Sohn des Thomaskantors Carl Philipp Emanuel Bach sowie mit Werken des Liederschöpfers Johann Georg Ebeling zum Erklingen bringen. Bach ließ die Ge­dichte Paul Gerhardts mit Oberstimmen für Violine und Blockflöte zu musikalischen Kostbar­keiten werden. In Seester werden diese Instrumente von Friedemann Albers und Elsa Plath gespielt.

Die Sopranblockflöte wird auch in einer Sonate des Eng­länders James Hook zu hören sein, und ebenfalls mit Variationen des blinden Musikers Jacob van Eyck, seinerzeit Glockenspielmeister zu Utrecht.

Organistin Sabine Mennerich spielte Meisterwerke von Johann Sebastian Bach. Ein Fachmann sagte 1968 über das von der Orgelbaufirma Marcussen erbaute Instrument: Sowohl technisch als klanglich stelle es eine kleine Kostbarkeit dar, die in seiner Qualität erheblich über dem Durchschnitt liegt. Auch die Orgel muss im Rahmen der umfassenden Sanierung überholt werden.

Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Dieser Sonntag führt den Namen „Cantate“, fordert also zum Singen auf. Und so wird das Prädikantin Renate Paelchen, die mit je­weils kurzer Moderation durch das Programm führt, die Künstler auf der Empore und die Zuhörer unten im Kirchenschiff am Ende des Konzerts auffordern, der Losung mit gemeinsamem Singen des auf dem Programm abgedruckten Osterkanons des 2010 verstorbenen Uetersener Kantors Richard Plath zu entsprechen.

Im Anschluss an das Konzert lädt die Kirchengemeinde zu einem Imbiss ein.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 18:09 Uhr

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