Ausstellungs-Eröffnung : Urbane Kunst in zwei Museen

Am Sonntag, 10. November, ist der Kunstinteressierte zu der letzten Ausstellungseröffnung in diesem Jahr, ins Torhaus am Probstendamm, eingeladen.

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07. November 2013, 17:58 Uhr

„Junge urbane Kunst“ ist der Titel dieser Kunstschau von Chili M. Seitz, die der Kunstverein Elmshorn im Torhaus organisiert hat. Um 11 Uhr führt der Elmshorner Künstler und Grafiker Anders Petersen im Torhaus in die Präsentation junger Kunst ein. Urbane Kunst ist eine Ausstellungsreihe, in der die Arbeitsweise junger Künstlerinnen und Künstler aufgezeigt werden. Wo setzen sie ihre Schwerpunkte, welche Medien nutzen sie, wie ist der Blick in die Zukunft? Wichtig ist die Darstellung der Strategien und Konzepte, die „persönliche Handschrift“ tritt in den Hintergrund.

Es werden Werke gesucht, die auf die unterschiedlichste Weise Bezug auf die „Stadt“ nehmen. Dabei spielen die „bildnerischen Ausformulierungen der urbanen Oberfläche des Stadtraumes“ genau so eine Rolle, wie die des privaten Rückzugsortes. Im vorigen Jahr wurden sechs künstlerische Positionen zur städtischen Gegenwart präsentiert. Jetzt zeigt Frau Seitz – sie ist Absolventin der Muthesius Kunsthochschule Kiel – eine Arbeit, die eine bewusstere Wahrnehmung und eine Vertiefung des Themas aufweist. Grünflächen mit Bänken und Plätze bieten in der Stadt Ruhe und Entspannung und laden zum Innehalten ein. Details gewinnen an Bedeutung, wie veränderliche Gerüche und Geräusche. Alle kennen die Parkbänke mit kleinen Schildchen, die den Stiftungzweck oder den Stifter erkennen lassen. Chilli M. Seitz hat diese Bänke, bzw. ihre Geschichte erforscht und eine Standortbeschreibung angefertigt. Daraus sind grafisch gestaltete Archivblätter entstanden: „ein Archiv, der immateriellen Denkmäler.“ Mit dieser Arbeit überzeugte sie die Jury, sodass sie in diesem Jahr eine Einzelausstellung an zwei Orten in Elmshorn bekam. Auch im Industriemuseum werden Werke von Chili M. Seitz gezeigt. Am Sonntag, um 12 Uhr, wird die Museumsleiterin Bärbel Böhnke die Begrüßung in der Catharinenstraße 1 vornehmen.

In zwei verschiedenen Museen in Elmshorn können die neuen Arbeiten der Künstlerin den Austausch und eine Gegenüberstellung möglich machen. Frau Seitz schreibt dazu, dass sie ihren Arbeitsbereich nicht nur im Atelier sieht. Im Industriemuseumfand sie Archivmaterial, das eine Grundlage für die Geschichte der Stadt war und in großformatigen Bildern und einer raumgreifenden Bodeninstallation im Torhaus gezeigt wird. Hängende Bildtafeln werden Objekten aus dem dauerhaften Bestand gegenübergestellt. Die Künstlerin schreibt von „absurden Gegenüberstellungen,“ die den Besucher einladen sollen, eine Brücke zu schlagen, zwischen verschiedenen Dimensionen.

„Ich kann Alles“ prangt auf einem Buchdeckel, der neben Nadelkissen, Schere und Garnrolle zu finden ist. Sie hinterfragt die Tätigkeitsfelder der Frau bis es ins absurde kippt und macht ihre Rolle deutlich. Die spannende Ausstellung: „Junge urbane Kunst“ ist bis zum 1. Dezember, Di.-Fr. 10-12 und 16-18 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, jeweils von 11-13 Uhr, im Torhaus geöffnet.

Das Industriemuseum ist Di. 14-17 Uhr, Mi. 10-17 Uhr, Do. 14-19 Uhr, Fr. 14-17 Uhr, Sa. 14-17 Uhr So. 10-17 Uhr geöffnet.

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