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Elbvertiefung : Unsichere Zukunft für Obstbauern

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Höchst unzufrieden sind die Haselauer Gemeindevertreter mit der Kieler Landesregierung, wie sie die Interessen der Marschmer in Sache Elbvertiefung vertreten haben. „Wir halten unsere Resolution aufrecht“, erklärte Bürgermeister Rolf Herrmann während der jüngsten Sitzung im Haselauer Landhaus. In dem Papier waren Forderungen gestellt worden, die die Kieler bei ihrem „Ja“ an Hamburg nicht berücksichtigten.

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 20:17 Uhr

Zentrale Bedeutung für die Marschmer hat die mögliche Versalzung der Elbe. Obstbauern benutzen das Wasser des Flusses, um im Frühjahr die Blüten zu beregnen und sie so gegen Frost zu schützen.

In Kiel geht man von einer Verschiebung der Salzwasserzone um wenige hundert Meter Richtung Hamburg aus. Die Brackwassergrenze liege dann umgefähr beim Leuchtfeuer Pagensand Nord, referiert Herrmann die Sicht der Landesregierung. „Merkwürdig“ ist für Herrmann allerdings, dass die Niedersächsische Landesregierung von anderen, deutlich schlechteren Daten zur möglichen Versalzung ausgeht. Folgerichtig lässt die Wasser- und Schifffahrtsdirektion als planende Behörde derzeit „Alternative Maßnahmen zur Wasserbereitstellung für Kehdingen und Altes Land bei zu hohem Salzgehalt“ untersuchen.

Die Gutachter der Elbvertiefung halten es weiterhin für möglich, dass durch die Baggerarbeiten Grundwasserleiter angeschnitten werden. Salziges Wasser könnte so ins Grundwasser der Haseldorfer Marsch gelangen, erklärte der Christdemokrat. In einem Treffen mit einem Vertreter des Landwirtschafts- und Umweltministeriums hatte er die Gefahr allerdings bestritten, berichtete Hermann.

Kritisch sieht der Konservative auch das Zugeständniss, das Kiel in Hamburg in Sachen Messstationen erreicht hat. „Zwei wären besser als eine“, sagt er. Sowohl das Oberflächen- als auch das Grundwasser müssten analysiert werden.

Weiterhin habe Niedersachsen erreicht, dass finanzielle Mittel bereitgestellt werden, wenn es Schäden im Obstanbau durch die Elbvertiefung gebe. Für Schleswig-Holstein gebe es diese Regelung nicht.

Hermanns schlussfolgert: Die Zukunft des Obstanbaus ist nicht gesichert.“ Die Resolution geht nun an die Landesregierung. Gespannt sind die Gemeindevertreter auf die Antwort aus Kiel. Zudem soll der Kreis über die Meinung der Haselauer informiert werden. Am heutigen Donnerstag befassen sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung mit dem Thema. Sie beraten ab 18.30 Uhr im Konferenzraum Rosengarten der Kreisverwaltung in Elmshorn, Kurt-Wagener-Straße 11.

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