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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 01:23 Uhr

Infobrief : Unsichere Zukunft des Amtes

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Menschen der sieben Gemeinden des Amtes Moorrege haben Post von ihren Bürgermeistern bekommen. Mit Blick auf die Landtagswahl am 6. Mai wollten sie die Bürger für die Zukunft ihrer Verwaltung sensibilisieren. „Es geht um die Aussage der Grünen, die die Ämter mit Stadtverwaltungen fusionieren wollen“, erklärt Amtsvorsteher Walter Rißler (CDU). „Sie wollen größere Verwaltungseinheiten“, assistiert sein Stellvertreter Udo Tesch (SPD).

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erstellt am 21.Feb.2012 | 21:15 Uhr

Beschlossen wurde die Aktion vom Finanz- und Personalausschuss des Amtes Moorrege, auch „Bürgermeisterrunde“ genannt, weil dort nur die sieben Gemeindeoberhäupter nicht-öffentlich beraten. Plädieren die Grünen für eine weitreichende Verwaltungsreform, so möchte die CDU gar nichts ändern und die SPD setzt auf eine Fusion der Kreise, um Kosten zu sparen.

„Die Ämter arbeiten ausgesprochen bürgernah, bürgerfreundlich und kostengünstig“, erklären die Gemeindeoberhäupter in dem Brief. Nah bei den Bürgern soll auch in Zukunft die Verwaltung wirken. Sie erklären, dass das Amt Moorrege das ehrenamtliche Engagement und die demokratische Bestimmung der Bürger sichert. Die Bürgermeister bitten die Empfänger des Schreibens, sich über die kommunalpolitischen Ziele der Parteien zu informieren.

Über diesen Infobrief hinaus sind bisher keine weiteren Aktionen geplant. Rißler will darüber während der nächsten Sitzung der Bürgermeisterrunde am 5. März beraten lassen. Tesch möchte die Diskussion im Rahmen von Veranstaltungen vorantreiben, wie beim Graue-Erbsen-Essen der SPD Heidgraben.

Aktiv ist man in Groß Nordende geworden. Die Vorsitzenden Peter Hormann (Gemeinschaft unabhängiger Bürger, GuB) und Manfred Treut (Alte kommunale Wählergemeinschaft, AKWG) haben das Angebot „Schickt mir einen Grünen“ angenommen. Am Montag, 12. März, kommt um 20 Uhr die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben, ins Dorfgemeinschaftshaus.

Neben der Zukunft des Amtes umtreibt die Groß Nordender die Sorge um die Eigenständigkeit ihres Dorfes. „Es könnte bald den kleinen Gemeinden an den Kragen gehen“, vermutet Bürgermeisterin Ute Ehmke (GuB). Einen Vorgeschmack hatte man bereits im Frühjahr 2011 bekommen (die UeNa berichteten). Damals spekulierten Uetersener und Tornescher Politiker, dass man im Rahmen der Fusion der beiden Städte auch gleich Heidgraben und Groß Nordende schlucken könnte. Kommentar Kommentar von Thomas PöhlsenWarum so zurückhaltend?Wer einen neuen Ausweis beantragen, sich an- oder ummelden will sowie einen Bauantrag stellen möchte, dem dürfte es ziemlich egal sein, ob an dem Gebäude „Amtsverwaltung“ oder Rathaus“ steht. Wichtig ist, dass er die Dienstleistung unkompliziert und schnell bekommt sowie möglichst wenig Gebühren bezahlt. Deswegen ist es unverständlich, dass die Bürgermeister ausgerechnet die Bürger für den Erhalt des Amtes mobilisieren wollen. Weitere Aktionen? Vorerst Fehlanzeige! Mit Diskussionen beim Graue-Erbsen-Essen dreht man jedenfalls nicht das große politische Rad. Da ist es zu verstehen, dass unter den Mitarbeitern der Amtsverwaltung davon die Rede ist, die Politiker würden sich nicht wirklich für sie interessieren.

Zupackend nur die Groß Nordender, die sich die Nummer 1 der schleswig-holsteinischen Grünen einladen, um eine echte Diskussion zu führen. Klar ist politischen Beobachtern, dass sich nach der Landtagswahl etwas an den Verwaltungsstrukturen ändern wird. Unklar ist nur, in welche Richtung die Neuerungen gehen.

Vielleicht lohnt sich für die Moorreger Amtspolitiker ein Blick gen Haseldorf. 2006 hatte man Äpfel zum Ministerpräsidenten getragen, in der Hoffnung, er werde schon für die Parteifreunde aus der Marsch eine Sonderregelung zur Verwaltungsreform einfädeln. Tat er aber nicht, und so wurde wichtige Zeit vergeudet, eine wirklich durchdachte Lösung für die Zukunft des Amtes Haseldorf zu finden. Denn in der Verwaltungsgemeinschaft von Stadt und Dörfern knirscht es immer mal wieder.

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