zur Navigation springen

Portrait : „Unsere lebendigen Dörfer erhalten“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was er macht, das soll richtig gut werden, egal ob als Wirtschaftsingenieur, Triathlet oder jetzt als neuer Vorsitzender des Vereins „Tourismus in der Marsch“. „Ich will etwas bewegen“, setzt sich Norbert Jaedicke im UeNa-Gespräch klare Ziele.

shz.de von
erstellt am 11.Jul.2013 | 20:35 Uhr

Mit vielfältigen Erfahrungen aus dem Wirtschafsleben kann der gebürtige Berliner aufwarten. Während des Studiums jobbte er in den Semesterferien bei einem großen Elektrokonzern und dort fiel ihm „die Diskrepanz zwischen Technik und dem Kaufmännischem“ auf.

Um diese Lücke zu schließen, zog es ihn erst ins Münsterland („ich habe in Strümpfen gemacht“) und dann nach Hamburg. Bei Montblanc faszinierte ihn „die Vision, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat, aus einer ,Griffelbude’ ein internationales Unternehmen zu machen.“

Die Suche mit Frau und Sohn nach einer Bleibe in der Freien und Hansestadt gestaltete sich schon damals schwierig, so dass man nach Wedel ausweichen musste. Das erwies sich später als Glücksgriff, denn in Altersteilzeit – und mittlerweile in Holm wohnend – fiel Jaedicke ein Artikel auf, in dem der damalige Tourismusmanager Max Triphaus Interessenten für eine Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer suchte. 2007 ging es los und bereits vor dem Abschluss musste eine Führung angeboten werden. Eine Hausarbeit galt es auch zu schreiben. Jaedicke nahm sich die Holmer Sandberge zum Thema, nutzte das Wissen für seine erste Exkursion und führt noch heute gerne Menschen durch das Landschaftsschutzgebiet.

Damit nicht genug, engagierte er sich auch im Zusammenschluss der Natur- und Landschaftsführer Schleswig-Holsteins sowie im Promotionteam des Tourismusvereins. Zum Beispiel auf der Reise-Messe und der „altonale“ in Hamburg sowie dem Glückstädter Matjesfest werden Messestände aufgebaut.

Bei seinen Führungen und bei der Arbeit im Promotionteam erfährt er auch, was die Menschen zu kritisieren haben. Es gibt keine Übernachtungsmöglichkeiten für Radler in der Region sowie keine umfassenden Informationen im Internet, berichtete er. Die Sperrwerksöffnungszeiten an Krückau und Pinnau stoppen Radler und es gibt keine Abstimmung der Veranstaltung, so dass man sich manchmal zwischen mehreren interessanten Terminen entscheiden muss.

Ende April wurde Jaedicke zum Nachfolger von Bärbel Thiemann gewählt. An den Defiziten will er nun arbeiten. Wichtig ist für ihn, Werbung für die Unterelberegion in Hamburg zu machen. Die Kooperation im Rahmen des Regionalparks Wedeler Au ist ein erster Schritt, denn „bisher ließ man uns in Hamburg hängen“.

Optimistisch blickt Jaedicke in die Zukunft, denn „unsere Region bietet eine ganze Menge“. Dem Tourismus misst er eine zentrale Bedeutung zu, denn „wir müssen die Strukturen unserer lebendige Dörfer erhalten, damit die Jugend hier bleibt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert