Expertentreffen : Unbegründete Ängste um den Deich

3500892_800x619_5005b411d3391.jpg

„Wir haben erfahren, dass die Ängste in der Bevölkerung wohl unbegründet sind“, zog Uwe Schölermann die Bilanz eines Treffens im Haseldorfer Hof. Experten in Sachen Deichsicherheit, Naturschützer, Kommunalpolitiker sowie Vertreter der „Stiftung Naturschutz“ als Grundbesitzer nahmen an dem Treffen hinter verschlossenen Türen teil, das eineinhalb Stunden dauerte.

shz.de von
17. Juli 2012, 20:48 Uhr

Anschließend wurden die Ergebnisse während eines Pressegesprächs präsentiert. Organisiert worden war das Treffen von Uwe Schölermann in seiner Funktion als Vorsteher der Integrierten Station Unterelbe (ISU).

Über die zwischen erster Deichlinie und Fluss gepflanzten Weiden und Pappeln wurde diskutiert. Die hätten eigentlich den Sinn, den Deich vor Beschädigung durch Treibgut und Eisschollen zu schützen, erklärte Oberdeichgraf Udo Prinz von Schoenaich-Carolath. Wenn sie absterben oder umfallen, können sie jedoch zur Gefahr für den Erdwall werden. Spüle die Flut sie gegen den Deich, werde der beschädigt und das könnte der Auslöser für einen Deichbruch werden, sagt Schölermann. In der Bevölkerung gibt es Bedenken, dass die toten Bäume nicht entfernt werden.

„Es hat nie diese Gefahr gegeben und es wird sie auch nie geben“, entgegnete Bernd-Ulrich Netz, Leiter der Integrierten Station Unterelbe. Es werde kein Baum liegen gelassen. Jeden Fall prüfe man einzeln. Vertreter des Natur- als auch des Küstenschutzes sind ständig im Gebiet zwischen Hetlingen und der Krückaumündung unterwegs. Die nächste Sitzung des Kuratoriums für das Haseldorfer Naturschutzgebiet im Herbst wolle man für eine Begehung nutzen, verkündete Schölermann das Ergebnis des Treffens. Am Ende sollten Empfehlungen ausgearbeitet werden. Mit der Begehung sollten auch Entscheidungen transparent gemacht werden. „In der Kommunikation müssen wir nachsteuern“, so der Haseldorfer Bürgermeister.

„Wir wollen den Informationsfluss sicherstellen“, erklärte Jörg Kastrup vom Fachdienst Umwelt der Kreisverwaltung. Er sieht in der Begehung eine „vertrauensbildende Maßnahme“.

Und der Kreis-Pinneberger Nabu-Sprecher Hans Ewers bezeichnete es als „Prophylaxe, um öffentlichen Ängsten zuvorzukommen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert