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Konjunktur : Uetersens Maschinenfabrik Hatlapa baut etwa 70 Stellen ab

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Uetersener Maschinenfabrik Hatlapa ist ein weltweit aufgestellter Schiffsausrüster. Winden, Rudermaschinen und Kompressoren made in Uetersen werden auf allen bedeutenden Werften dieser Erde montiert. Und genau dort herrscht jetzt Flaute. Selbst in China werden Arbeitsplätze inzwischen abgebaut. Neuaufträge gehen nur schleppend ein. Und das, so Kay Nolte, technischer Direktor bei Hatlapa, obwohl es in der Handelsschifffahrt viele Ozeanriesen gebe, die eigentlich verschrottet und daher ersetzt werden müssten. Reeder würden jedoch abwarten und auf weiter sinkende Preise setzen. Diese nachhaltige Delle in der Konjunktur sei nun in Uetersen angekommen, so Nolte. Auch der Lieferant von Schiffszubehör verzeichnet sinkende Bestellzahlen. Es sei daher schmerzlich aber erforderlich, einen drastischen Stellenabbau vorzunehmen. Schließlich gelte es, die Produktions-, Konstruktions- und Entwicklungssicherheit am Standort Uetersen zu erhalten. Und auch die Logistik sowie die kaufmännischen Bereiche (Vertrieb und weltweiter Einkauf) sollten weiterhin von Uetersen aus gelenkt werden. Das, so Nolte, sei oberstes Ziel.

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2012 | 22:33 Uhr

Von den derzeit rund 400 Hatlapa-Mitarbeitern müssen nach Ansicht der Geschäftsleitung rund 70 gehen. Sie sollen in eine noch zu gründende Transfergesellschaft überführt werden. Man wolle betriebsbedingte Kündigung vermeiden und suche stattdessen Lösungen mit dem Betriebsrat, der Agentur für Arbeit, die solch’ einer Personalüberleitungsregelung noch zustimmen müsse, und natürlich mit den Mitarbeitern selbst. Wer im einzelnen gehen müsse, stehe noch nicht fest. Auch diesbezüglich werde nach sozialverträglichen Lösungen gesucht.

Man hätte auch pokern können, nach dem Motto: die Konjunktur werde schon wieder kurzfristig anziehen. Doch gemeinsam mit dem Betriebsrat sei man zur Auffassung gelangt, dass Hatlapa sich für die Zukunft sicher aufstellen müsse. Daher sei der Abbau der Arbeitsplätze nicht zu verhindern gewesen. Die Transfergesellschaft, so Nolte, solle noch im August gegründet werden. Die Arbeitskräfte, die dieser Gesellschaft zugeordnet werden, sollen bei Bedarf weiter qualifiziert werden und auch Unterstützung bei Bewerbungsverfahren erhalten.

Hatlapa, so Nolte, habe in den vergangenen Jahren von dem kräftigen Boom profitiert, auch im Offshore-Bereich. Jetzt sinke man, nehme man es genau, wieder auf das Normalmaß. Anders ausgedrückt: erfreute sich das Unternehmen noch vor wenigen Jahren an Spitzenumsätzen von rund 150 bis 160 Millionen Euro, werden für das aktuelle Jahr etwa 95 Millionen Euro erwartet. Gerechnet habe man, so Nolte, noch vor wenigen Monaten mit einem Umsatz in einer Größenordnung von 120 Millionen Euro. Hatlapa wird 2012 immer noch mehr Umsatz machen als in zurückliegenden Jahren, als das Werk rund 60 Millionen realisieren konnte.

Dank der weltweiten Aufstellung, Vernetzung und neuer Geschäftsfelder konnten lokale Dellen immer wieder ausgeglichen werden. Die gegenwärtige Talfahrt ist offensichtlich jedoch nicht mehr sicher umschiffbar.

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