Mit Video : Uetersens Bürgervorsteher fordert beim Neujahrsempfang eine Bürgergesellschaft

Bürgervorsteher Adolf Bergmann gratulierte Bürgermeisterin Andrea Hansen gestern in der Schulmensa an der Bleekerstraße zu ihrem 60. Geburtstag und überreichte ihr einen Blumenstrauß.
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Bürgervorsteher Adolf Bergmann gratulierte Bürgermeisterin Andrea Hansen in der Schulmensa an der Bleekerstraße zu ihrem 60. Geburtstag und überreichte ihr einen Blumenstrauß.

Der Tod der stellvertretenden Bürgervorsteherin Heike Baumann überschattet den Neujahrsempfang der Stadt.

shz.de von
15. Januar 2018, 13:00 Uhr

Uetersen | Es war kein freier Stuhl mehr zu finden, am Sonntag in der Schulmensa an der Bleekerstraße. Dorthin hatten Bürgervorsteher Adolf Bergmann und Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) zum Neujahrsempfang eingeladen. Hansen wurde gestern aber auch 60 Jahre alt. Unter den Gästen waren somit viele Gratulanten, die insbesondere wegen ihr früh aufgestanden waren. In seinen Grußworten warb Bergmann für eine Bürgergesellschaft, in die sich die Bürger noch stärker einbringen sollten. Die Bürger aber müssten spüren, dass sich etwas bewege, richtete Bergmann die Worte an die Mandatsträger. Die Menschen wollten von den Politikern mitgenommen werden. Der Bürgervorsteher mahnte einmal mehr ein Leitbild an − als oberste Maxime für das zu Tuende in den kommenden 20 Jahren. Er rief Kinder und Jugendliche auf, sich zu beteiligen, ihre Wünsche könnten in ein Leitbild einfließen.

Nachruf auf Heike Baumann

In Uetersen gelinge Integration, so Bergmann, der an die Anwesenden appellierte, das am 6. Mai bei der Kommunalwahl deutlich werden zu lassen. „Wir bauen Brücken und keine Mauern. Gehen Sie zur Wahl und zeigen Sie mit Ihrer Stimme, dass in Uetersen rechtes Gedankengut keine Chance hat“, so der Bürgervorsteher. Bergmann machte auch deutlich, welchen Stellenwert seiner Ansicht nach die Bildung genieße. Bildung sei wichtig in allen Lebensbereichen. Jeder im Bildungsbereich ausgegebene Euro sei ein Euro für die Gestaltung der Zukunft, sagte er. Obwohl Uetersen finanziell eingeschränkt sei, müsse es gelingen, die Stadt attraktiv und lebenswert zu erhalten. Verantwortung vor den nachfolgenden Generationen erfordere das Abwägen zwischen dem Wünschenswerten und dem Bezahlbaren.

Bergmann hatte die traurige Pflicht, die Anwesenden über den Tod seiner Stellvertreterin zu informieren. Heike Baumann ist am 10. Januar gestorben. Die SPD-Politikerin war Parteivorsitzende in Uetersen und engagierte sich 15 Jahre lang in städtischen Gremien, zuletzt als Ratsfrau und Vorsitzende des Bildungsausschusses. Hansen und Bergmann baten um eine Schweigeminute für die im Alter von nur 56 Jahren Verstorbene. Freud’ und Leid lägen, so Bergmann, im Leben dicht beieinander − am Sonntag auch in Uetersen.

In ihrem Beitrag sprach Hansen das aus Sicht der Stadt Gute an. In der Rosenstadt sei man spürbar vorangekommen mit der Entschuldung. „Wir haben zugleich Mittel mobilisiert für notwendige Investitionen, vor allem im Sozialbereich“. Hansen kündigte an, dass Uetersen nicht nachlassen werde, die Schulen auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen. Und auch dringend notwendige Krippenplätze werde die Stadt in diesem Jahr schaffen. Uetersen sei eine Stadt, in der Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehe. Und Uetersen sei eine sichere Stadt, so Hansen, die dabei auf die Polizeistatistik verwies. Wirtschaftlich sei man sehr gut aufgestellt, verfüge über einen Branchenmix und leistungsstarke Unternehmen, die viele Arbeitsplätze zur Verfügung stellten. Nur eines fehle noch: eine gute Lösung für das Parkpalettengrundstück. Hansen: „Wir brauchen einen Anker und Magneten, der den gesamten Bereich anziehend macht.“ Die Verwaltung habe alles gut vorbereitet, jetzt komme es auf die Politik an. Der Ball, so die Bürgermeisterin, liege „auf dem Elfmeterpunkt“.

Wehrführer wirbt für mehr Unterstützung

Bevor an das Büfett mit den Berlinern, ausgegeben von Andrea Hansen, gebeten wurde, hatte Uetersens Wehrführer Karsten Schütt das letzte Wort. Schütt sagte, dass die Wehr mit 72 aktiven Kräften derzeit gut aufgestellt sei, der demografische Faktor aber nicht verleugnet werden könne und dürfe. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen rückte Schütt zwei Einsätze bei größeren Firmen. Einmal war Uetersen im Sommer dabei, als es galt, das Großfeuer bei Jacobs Kaffee in Elmshorn zu löschen, und am Neujahrsmorgen wurde ein großes Feuer bei Rosen-Tantau gelöscht. In beiden Fällen seien Existenzen und Arbeitsplätze gerettet worden. Das könne jedoch nur eine leistungsstarke Feuerwehr.

Insbesondere an die anwesenden Firmenvertreter richtete Schütt den Appell, Mitarbeiter für die Mitarbeit in der Feuerwehr zu motivieren. „Wir brauchen ihre Mitarbeit, damit wir in der Tagesbereitschaft leistungsfähig bleiben.“ Zugunsten der Uetersener Feuerwehr waren zwei Utensilien der NDR-Sommertour 2017 versteigert worden. Bernd Möbius (Grüne) kam für 50 Euro in den Besitz des Liegestuhls, Marianne Opitz ersteigerte für 106 Euro den Reisekoffer mit nicht bekanntem Inhalt.

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