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Tsala ya Afrika : Uetersenerin hilft jungen Afrikanern

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Pia Rosteck (21) legte vor zwei Jahren ihr Abitur am Ludwig-Meyn-Gymnasium ab. Anschließend zog es sie nach Südafrika, wo sie beim Deutsch-Südafrikanischen Jugendwerk (DSJW) ein ökologisches Jahre ableistete. Mit drei jungen Frauen half sie vormittags auf einem Bauernhof, nachmittags kümmerte sie sich um die fünf Kinder des nahen Dorfes. Die Eltern dieser Kinder waren auf dem Hof beschäftigt. Die Stätte ihres Wirkens befindet sich zwei Autostunden von Johannesburg entfernt.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 15:53 Uhr

Heute studiert Pia Rosteck Betriebswirtschaftslehre in Bozen. Während ihrer Zeit in Südafrika lernte sie unter anderem Besonderheiten des Schulsystems kennen: Die Dorfschule, die unter anderem besagte Kinder besucht hätten, sei von Lehrern betreut worden, die nur wenig Lust am Unterricht verspürt hätten. Und auch die Schulleiterin sei nur selten vor Ort gewesen. Da bei den fünf Kindern aber ein gewisses Potenzial entdeckt worden sei, habe das Quartett nach einer Alternative für diese Mädchen und Jungen gesucht und mit der „Christian Harmony School“, einer privaten Bildungseinrichtung, auch gefunden.

Das Problem dabei seien die Schulgebühren gewesen, so Pia Rosteck. 80 Euro müssten Monat für Monat aufgebracht werden – für jeden Schüler. Im Jahr benötige man, weil inzwischen ein sechstes Kind in die Schulförderung aufgenommen worden sei, rund 6000 Euro. Um Spenden auch von Deutschland aus einwerben zu können, gründete das Quartett einen Verein und erlangte zudem die Gemeinnützigkeit. Jetzt sind alle Spenden steuerlich absetzbar.

Die Dorfschule sei übrigens inzwischen geschlossen, die etwa 150 Mädchen und Jungen, die bislang dort beschult worden seien, gammelten jetzt herum, so die Uetersenerin.

„Tsala ya Afrika“ (Freunde von Afrika), so heißt der Förderverein , der auch am Uetersener Gymnasium Unterstützer gefunden hat. Eine zwölfte Klasse hatte kürzlich 500 Euro gespendet, zwei fünfte Klassen des LMG wollen demnächst einen Flohmarkt zugunsten des Vereins organisieren.

Die Kontrolle über die zweckgebundene Verwendung der Mittel übernehmen die vier Frauen selbst. Nach wie vor ist auch Pia Rosteck regelmäßig in Südafrika. Auch, um alte Freundschaften zu pflegen.

Ihre Erfahrungen mit der Spendenfreudigkeit der bislang informierten Bürger sei gut. Wenn diese wüssten, dass das Geld auch ankommt, würden viele gerne spenden, weiß sie. Die sechs geförderten Kinder – die Eltern unterstützten das Förderprogramm – könnten bereits erste Erfolge vorweisen. Sie sprächen jetzt perfekt Englisch, seien gut in Mathematik und auch Afrikaans. Zwei Mädchen seien wahre Sportskanonen und würden nun entsprechend gefördert. Die private Schule wird das Sextett nun bis zur achten Klassenstufe durchlaufen. Wer danach das Abitur anstrebt, muss für diesen Zweck ins nahe Rustenberg fahren.

Um sich über den Förderverein der Uetersenerin zu informieren ist ein Blick in das Internet hilfreich: „www.tsalayaafrica.de“.

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