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Ludwig-Meyn-Schule : Uetersener Politiker-Idee: Wir bauen einfach ein Gymnasium

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ehrwürdig ist es, aber auch alt, das Gebäude der Ludwig-Meyn-Schule. Und nach Uetersener Auffassung steckt es voller Risiken. Sprich: Kostenfallen. Alleine der Renovierungsstau soll sich auf zehn Millionen Euro belaufen. Zuzüglich der jährlichen Unterhaltung und den Kosten, die entstehen, sollte sich der Echte Hausschwamm tatsächlich noch im Mauerwerk befinden, wie von Uetersens Sozialdemokraten behauptet wird.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2012 | 20:32 Uhr

Und was ist mit der Barrierefreiheit, die getreu der UN-Behindertenrechtskonvention in öffentlichen Gebäuden gewährleistet sein muss? Fehlanzeige beim Gymnasium. Das Recht auf Teilhabe kann am LMG kaum realisiert werden (bei der Rosenstadtschule wohl auch nicht). Es fehlen unter anderem Fahrstühle, die einen diskriminierungsfreien Zugang zu allen Räumen gewährleisten. Die UN-Vorschrift ist seit 2009 geltendes Recht in der Bundesrepublik.

Diese Hürden erscheinen Uetersen in der Summe als zu hoch. Auch wollen die Politiker aus der Rosenstadt den Millionenbetrag des Kreises nicht akzeptieren, der in der Vergangenheit als Kaufpreis für das Gebäude verlangt wurde. Geradezu als eine Unverschämtheit empfinden Uetersener Politiker das Ansinnen einer interfraktionellen Arbeitsgruppe des Kreistages, der Rosenstadt eine Erbpacht anzubieten, auf der Basis, die Stadt zahlen zu lassen (jährlich 51000 Euro) und sie gleichzeitig unterhaltspflichtig zu machen.

Dem Uetersener Ratsherren Andreas Stief ist jetzt der Kragen geplatzt. Sein Vorschlag: „Wir bauen eine neue Schule auf dem vorhandenen Gelände der Rosenstadtschule, das gehört bereits der Stadt. Damit rücken wir zugleich näher an die Mensa und können alle heute existierenden Auflagen in einem Neubau erfüllen – Barrierefreiheit, energetische Vorschriften sowie technische Ausstattung der Klassen- und Fachräume. Bei der dann notwendigen Überplanung des Geländes mit neuem und altem Gebäudeanteil kann die demografische Entwicklung mit einem zu erwartendem Rückgang von Schülerzahlen berücksichtigt werden.“ Es gebe noch viel mehr Aspekte, die für einen Neubau sprechen würden, so Stief. Doch alleine die aufgezählten Fakten reichten wohl aus, um die Frage, ob ausgezogen und neu gebaut werden solle, klar beantworten zu können. „Nach unserem Auszug aus dem Gebäude werden wir dem Landrat und dem Kreistag sowohl bei einer neuen Verwendung als auch bei einem Leerstand des Gebäudes sehr genau auf die Finger schauen, ob sie ihren Pflichten als Grundeigentümer nachkommen“. Vielleicht komme der Landrat im Winter ja persönlich zum Schneefegen so Stief mit einem Schmunzeln. „Wir müssen uns von der aktuellen Diskussion lösen und neue Wege aufzeigen. Beide Seiten verrennen sich derzeit. Uetersen muss über den Tellerrand hinausblicken und sollte dabei auch alternativ denken sowie Kreativität beweisen“, so der Ratsherr gestern im UeNa-Gespräch.

Stief: „Nach der Sommerpause werden wir in die zuständigen Gremien einen entsprechenden Prüfantrag einbringen und hoffen dabei auf Zustimmung.“ Was würde ein neues Gymnasium denn kosten? Die Summe aus Pacht, Sanierung und die möglichen Investitionen würden die Baukosten mit Sicherheit überschreiten, so der Christdemokrat, der sich auf eine konkrete Bausumme aber nicht festlegen will. Dafür sei die Verwaltung zuständig.

Nach UeNa-Recherchen muss bei einem Neubau mit Kosten in Höhe von rund 18 bis 20 Millionen Euro gerechnet werden.

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