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Schüler im Dialog mit der Politik : Uetersener Gymnasiasten in Berlin

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Uetersener Gymnasiasten zu Besuch beim Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung des Bundestags.

Uetersen | Überall Dreck, Gift, Lärm und Gestank, Arbeitnehmerrechte und der Gesundheitsschutz werden mit Füßen getreten, Zwangs- und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung − nicht überall auf der Welt verlaufen Produktionsprozesse fair. Die Bewegung „Fair Trade“ will dagegen halten, möchte seit den 1960er Jahren weltweit gerechte Handelsbeziehungen durchsetzen. In ihrem Fokus stehen insbesondere Länder mit nur geringem Wohlstand, wie Entwicklungsstaaten.

Dass „Fair Trade“ nach wie vor ein Thema ist, zeigt: bislang hat sich Entscheidendes nicht verbessert. Nach wie vor werde in vielen Ländern unfair produziert, erhielten Arbeiter Minimallöhne, von denen sie mehr schlecht als recht existieren könnten, würden Kinder ausgebeutet. Ihre Auffassung hat Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums dazu bewogen, sich für den fairen Handel zu engagieren. Vor sieben Jahren wurde eine Arbeitsgemeinschaft, die „Fair Trade AG“, gegründet. Aktuell gehören ihr Schülerinnen der Oberstufe an. Geleitet wird die AG von den Lehrkräften Kristina Laue und Benjamin Rohr.

Bei ihren Bemühungen, das Thema innerhalb der Schüler-, Lehrer- und Elternschaft transparent zu machen, erhalten die Gymnasiastinnen kontinuierliche Unterstützung von der deutschen Entwicklungshilfeorganisation TransFair. Dieser Verein bietet Bildungseinrichtungen zudem die Möglichkeit, den Status TransFair-Schule zu erlangen. Das LMG hat dieses Siegel bereits erhalten und sich über seine Organe verpflichtet, das Thema nachhaltig in den Schulalltag einzubauen. So gibt es einen mobilen Stand, an dem Schüler und Lehrer freitags während der zweiten großen Pause fair gehandelte Produkte kaufen können. Seit drei Jahren gehören handgefertigte Waren wie Federtaschen oder Schlüsselanhänger des bolivianischen Jugendprojektes „Tres Soles“ zur Produktpalette. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft versuchen nicht nur faires Denken und Handeln an „ihrer“ Schule zu festigen, sondern repräsentieren die AG bei verschiedenen Veranstaltungen im Stadtgebiet und auch darüber hinaus. Zuletzt war die Schülerschaft an den Adventssonntagen an beiden evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden aktiv und bot ihre Produkte nach den Gottesdiensten an.

Diese nachhaltige Arbeit ist jetzt auf das Interesse der Pinneberger Grünen-Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms gestoßen. Das Mitglied des „Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestags“ lud die AG-Mitglieder nach Berlin ein. Die Schüler nahmen an einer öffentlichen Sitzung des Gremiums teil und hatten Gelegenheit, ihre Schule und die nachhaltigen Bemühungen für weniger Gift, Gestank, Dreck, Kinderarbeit und Ausbeutung während der Produktionsprozesse für Waren, die in Europa gehandelt werden, zu erläutern. Den Parlamentariern habe der Erfahrungsaustausch mit den Jugendlichen Freude bereitet, war der Eindruck der AG-Mitglieder, nach ihrer Rückkehr in der Rosenstadt. Die Vor-Ort-Bemühungen, die lokale Umsetzung des globalen Gedankens, seien wertgeschätzt worden. Die Schüler sagten auch, dass sie sich eine noch intensivere Diskussion gewünscht hätten. Die Sitzung wurde jedoch aufgrund von Anschlussterminen der Parlamentarier nach 90 Minuten beendet. Das Fazit der Schüler: Es sei spannend gewesen. Herzlich bedankten sie sich beim Verein der Freunde der Ludwig-Meyn-Schule. Der Verein hatte einen Teil der Kosten übernommen.

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erstellt am 22.Dez.2016 | 12:15 Uhr

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