Politik : Uetersener Grünen führen Dialog zur Kommunalwahl

Zum Dialog „Ich misch mich ein“ waren auf Einladung des Uetersener Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen aktive Mitstreiter und Interessierte, deren Herz grün schlägt, gekommen.
Zum Dialog „Ich misch mich ein“ waren auf Einladung des Uetersener Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen aktive Mitstreiter und Interessierte, deren Herz grün schlägt, gekommen.

Ortsverbandschef erläutert Pläne für die Politik vor Ort − auf der Agenda steht unter anderem die Bahnverbindung nach Tornesch.

shz.de von
06. Februar 2018, 13:00 Uhr

Uetersen | Unter dem Motto „Ich misch mich ein“ hatten die Aktiven des Uetersener Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen zu einem Gedankenaustausch in Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 6. Mai eingeladen. Im Mittelpunkt des Dialogs standen die Fragen, wie eigentlich Kommunalpolitik funktioniert, wer zu den aktiven Grünen-Politikern vor Ort gehört und wie sie in den vergangenen fünf Jahren als Fraktion in der Ratsversammlung gewirkt haben. 

Thorsten Berndt, der bis zum 1. Januar als Fraktionsvorsitzender an der Spitze der Grünen stand, sich nun jedoch wieder mehr auf seine Arbeit als Chef des Ortsverbands konzentrieren möchte, begrüßte 14 Teilnehmer zum Dialog und freute sich, dass darunter nicht nur aktive Mitglieder des Ortsverbands waren, sondern auch Interessierte, deren Herz grün schlägt. „Wir haben zwar ausreichend Direkt- und Listenkandidaten, die wir zur Kommunalwahl aufstellen, wir freuen uns jedoch, wenn wir neue Leute in unsere Arbeit einbinden können. Wir suchen Unterstützung und Erneuerung gegen den Tunnelblick in der politischen Arbeit“, betonte Berndt. Und so war ein Ziel der Veranstaltung im Restaurant von Stamm, neue Mitstreiter für die Grünen-Politik vor Ort zu begeistern.

Ratsherr Bernd Möbius stellte sich während der Vorstellungsrunde als neuer Fraktionsvorsitzender vor und betonte: „Unsere Fraktion ist klein, aber stabil. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich Politik gemacht und gezeigt, dass man auch als kleine Fraktion Gewicht hat.“


Berndt erläuterte die Aufgaben im Rat

Nach allgemeinen Informationen zur Kommunalwahl und dem Kommunalwahlrecht mit Direktmandaten und Listenplätzen, die auch interessierte Bürger ohne Parteimitgliedschaft einnehmen können, erläuterte Berndt die Aufgaben der Ratsversammlung und der in Uetersen bestehenden Ausschüsse und Gremien. „Aktuell haben wir Ausschüsse mit elf Mitgliedern. Dort wirken nicht nur die 27 Ratsmitglieder, sondern auch bürgerliche Mitglieder mit“, machte Berndt die Möglichkeiten eines Einstiegs in die kommunalpolitische Arbeit deutlich. Und er zählte zahlreiche Themen und Erfolge der Grünen-Fraktion in der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode auf: Nach seinen Worten haben die Grünen maßgeblichen Anteil an der baulichen Erweiterung der Friedrich-Ebert-Grundschule, der Modernisierung des Außengeländes des städtischen Kindergartens und der Schaffung einer Stelle für den Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Uetersen. „Auch die Debatte zum Integrationskonzept haben wir angeregt. Daraus hat sich dann in Uetersen das Sprachcafé entwickelt. Und wir waren in Sachen Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten Vorreiter“, betonte Berndt. Zu einem Merkmal der politischen Arbeit der Grünen wurde in den vergangenen fünf Jahren auch der Grünen-Infostand vor jeder Ratsversammlung freitags auf dem Wochenmarkt.

„Mehr als 30-mal haben wir unseren Infotisch aufgebaut und sind mit den Bürgern über Themen der Kommunalpolitik ins Gespräch gekommen“, brachte Berndt in Erinnerung. Aber auch, was bei den Zielsetzungen nicht erreicht wurde, verschwieg der Grünen-Ratsherr nicht: „Wir wollten die Modernisierung des Windparks in der Marsch und hätten gerne aus dem Bleekerstift ein modernes Versorgungszentrum gemacht.“ Auch bei der Schaffung von günstigem Wohnraum an der Jahnstraße und der Realisierung einer Baumschutzsatzung konnten sich die Grünen nicht durchsetzen.

Diese Themen bleiben weiter auf der Agenda, kündigte Berndt an und nannte als neue Ziele: die Reaktivierung des Schienenverkehrs vom Uetersener Stichhafen zum Tornescher Bahnhof, die Umgestaltung des Parkpalettenareals in ökologischer Bauweise zu einer Wohn- und Einkaufsstätte und als Beitrag gegen das Bienensterben die Schaffung von noch mehr Blühstreifen in Uetersen. Auch das Thema Straßenausbaubeiträge lassen die Grünen nicht aus: „Wir wollen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt die Straßenausbaubeiträge senken und wenn möglich, ganz abschaffen“, formulierte Berndt.

Auf einer Mitgliederversammlung am Sonntag, 18. Februar, um 15 Uhr im Restaurant von Stamm werden die Grünen ihre Direkt- und Listenkandidaten und ihr Wahlprogramm für die Kommunalwahl vorstellen.

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