Etwa 100 Parkplätze sind aus der Innenstadt verschwunden : Uetersen stellt die Parkplatzfrage

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In der Rosenstadt gibt es immer weniger Parkplätze. In den vergangenen Jahren verschwanden alleine im Innenstadtbereich rund 100. Den Anfang machte der Umbau der Wassermühlenstraße. Es folgte die politische Erlaubnis, an das Arbeitsamt „An der Klosterkoppel“ anbauen zu können. Dort wird schon bald mit dem Neubau des Jobcenters begonnen. Und nun ist auch noch die Freifläche am Kleinen Sand verschwunden. Die immer wiederkehrende Argumentation der Lokapolitiker und der Verwaltungsspitze: Es gibt ja noch die Parkpalette. Dort gebe es Parkmöglichkeiten genug in der Innenstadt.

shz.de von
11. Februar 2013, 21:23 Uhr

Doch die Parkpalette wird nicht von allen geschätzt. Zwar gibt es dort inzwischen eine ausreichende Beleuchtung, und sauber ist es auch „An der Klosterkoppel“. Doch insbesondere Frauen fühlen sich nach wie vor unwohl. Alkohol trinkende Personen, die auch etwas lauter werden können, machen vielen Angst. Die Entscheidung gegen die Parkpalette fällt spontan und ist von Dauer. Lieber woanders parken, wo es sicherer ist, so die oft gehörte Aussage.

Zwar dürfen sich Personen, die sich nur zum Zweck des Alkoholkonsums dort einfinden, eigentlich gar nicht in der Parkpalette aufhalten, so besagt es eine Satzung der Stadt. Doch sie werden geduldet.

Die Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHG) hat sich das Thema Parkplätze in der Innenstadt schon seit Langem auf die Fahnen geschrieben. „Am Kleinen Sand, so sagte uns die Stadtverwaltung, habe es offiziell nie Parkplätze gegeben. Es sei lediglich eine Freifläche gewesen, die beparkt wurde. Und vor dem Neubau des Jobcenters haben wir rechtzeitig gewarnt. Es handelt sich beim Parkpalettengrundstück um ein Filetstück, um eine Freifläche für die Stadtentwicklung“, so IHG-Chef Andreas Hinrich. Mit dem nun kleiner gewordenen Areal sei diese Entwicklungsfläche nun unattraktiver für Investoren geworden.

Hinrich wünscht sich dennoch, dass noch mehr Kunden die Parkpalette annehmen und ihre Pkws dort abstellen. Die Polizei könnte sie regelmäßig bestreifen und Satzungsverstöße ahnden. Die Kaufleute wissen: Frauen sind die wichtigsten Kunden, bleiben sie weg, so sinkt der Umsatz.

Ein weiteres Argument gegen die zentrale Parkmöglichkeit mit immer noch mehr als 300 Plätzen will Hinrich nicht gelten lassen: sie sei zu klein für große Autos. Gerade jetzt, mit der Installierung der flexiblen Poller, sei zumindest eine Auffahrt sicherer geworden. „Wir haben das mit einem großen Auto getestet“, so Hinrich. Ein Befahren auch der oberen Stellflächen sei gefahrlos möglich.

Und dann sagt Hinrich auch, dass man dem Thema mit der gefühlten Sicherheit auch dadurch begegnen könne, dass man die Parkpalette stärker annehme. Motto: Jeder Autofahrer, der dort parkt, erhöht die subjektiv empfundene Sicherheitslage. Warum nicht auch eine andere Idee ernsthaft aufgreifen, die insbesondere an großen Bahnhöfen helfen soll, unerwünschte Personengruppen zu vertreiben: das Abspielen von klassischer Musik? Wenn man so etwas installieren könne, warum nicht, so Hinrich. Es gebe ja, dank der Idee von Kaufmann Heinz Kubik, die Fassade der Parkpalette zu vermieten, regelmäßige Einnahmen.

Liebe Leser: Was meinen Sie: Gibt es in Uetersen ein zunehmendes Parkplatzproblem? Wie beurteilen Sie die Situation in Uetersens Zentrum? Und wie empfinden Sie die Lage an der Parkpalette „An der Klosterkoppel“? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter „redaktion@uena.de“.

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