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Übernahmeverhandlungen : Uetersen sauer auf den Kreis

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Begriff „Dilemma“ ist griechischen Ursprungs und bedeutet „Zwickmühle“. Es bezeichnet eine Situation, die zwei Wahlmöglichkeiten bietet.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2011 | 20:37 Uhr

Beide jedoch führen zu einem unerwünschten Resultat. Ein solches Dilemma empfinden derzeit die Uetersener Kommunalpolitiker, die sich mit dem Kreis bezüglich der Übernahme des Ludwig-Meyn-Gymnasiums streiten. Wie viel ist die Schule wirklich wert? Was sollte daher bezahlt werden? Muss überhaupt etwas bezahlt werden? Was kommt auf die Stadt zu, wenn sie Eigentümerin des Gebäudes geworden ist?

Seit geraumer Zeit wird zwischen Pinneberg (jetzt Elmshorn) und Uetersen telefoniert, wechseln Schriftstücke die Bürostuben. Auch am Freitag war das Gymnasium Thema. Die Politiker in der Rosenstadt sehen sich zunehmend dem Druck der Schule ausgesetzt. Schulleitung, Lehrerschaft, Eltern und Schüler wollen das Patt nicht länger hinnehmen. Sie wollen endlich eine Entscheidung, um die hohe Qualität des Lernens aufrecht erhalten zu können. Denn das G8-Gymnasium ist auf dem Weg zur Ganztagsschule. Es fehlen aber noch dringend benötigte Aufenthaltsräume für die derzeit 1300 Schüler. Der Kreis will sie nicht mehr bauen, doch Uetersen im Moment auch nicht.

Als Schulträger ist die Rosenstadt lediglich verpflichtet, den Schulbetrieb zu garantieren, also zum Beispiel Elektroarbeiten durchzuführen oder Wandtafeln zu erneuern. Zusätzliche Räume zu bauen, ist nicht ihre Aufgabe. Denn das wäre eine Investition in das Gebäude – Eigentümersache!

Das Thema „Übernahme Gymnasium“ wurde am Freitag während der Sitzung der Ratsversammlung erneut hinter verschlossenen Türen verhandelt. Gab es einen Durchbruch? Wird zum 1. Januar 2012 gekauft? Dem Mienenspiel der Politiker, die nach der geheimen Sitzung den Ratssaal verließen, war anderes zu entnehmen. Doch warum weiter spekulieren, wenn genug Fakten vorliegen?

Es gab einen Termin beim Mediator, also bei einem „Streitschlichter“. Bei ihm trafen sich Stadt und Kreis und redeten, UeNa-Informationen zufolge, Tacheles. Schon im Vorfeld hatte man sich angenähert. Auf eine von Uetersen zu zahlende Summe in Höhe von 160000 Euro. Uetersens Forderung: Der Kreis soll dafür die Aufenthaltsräume bauen. Als nun alle zusammensaßen, zeigte sich die Stadt generös und verzichtete darauf, dem Kreis die Ausbaukosten aufzuerlegen.

Alles in trockenen Tüchern? Mitnichten! Denn der Kreis legte nach: Man habe sich verrechnet, so die Botschaft aus Elmshorn, inzwischen Sitz der Kreisverwaltung. Aus den im Raume stehenden 160000 Euro (nach UeNa-Informationen Kosten für den Ausbau zweier Fachräume), wurden fast 360000 Euro, inklusive Kosten für das Mobiliar. Das wurmt die Politiker in Uetersen nicht nur, große Teile sind verärgert und haben das den Kreis auch wissen lassen.

Am Mittwoch war Kreistag, doch die Übernahme des Gymnasiums war kein Thema. Zeigt der Kreis kein Interesse an einer schnellen und fairen Lösung, gemäß des Schlichterspruchs? Auch das gehört in Uetersen inzwischen zu den Behauptungen. Kann es jetzt noch etwas werden mit der Übernahme zum 1. Januar? Der Kreistag tritt noch einmal am 21. Dezember zusammen. Per Dringlichkeit könnte das Thema auf die Tagesordnung kommen. Zur nächsten ordentlichen Kreistagssitzung treffen die Politiker erst im Februar 2012 zusammen, die Ratsversammlung tagt gar erst im März.

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