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Ausstellung im Rathaus : Uetersen ist derzeit wahrlich steinreich

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einblick in die Erdgeschichte nehmen kann, wer einmal die Liether Kalkgrube in Klein Nordende besucht. Dort gibt es einen so genannten geologischen Aufschluss. Dabei handelt es sich um eine Stelle an der Erdoberfläche, an der Gestein, das mit dem regionalen Untergrund verbunden ist, unverhüllt zu Tage tritt.

Die Liether Kalkgrube ist ein künstlicher, ein anthropogener Aufschluss, weil er von Menschenhand geschaffen wurde. Auch der Gipshut (als Teil des Salzstockes), der im unteren Bereich als Teil des Aufschlusses der Grube sichtbar wird, hat seine „Existenz“ dem Abbau von Zechsteinkalk zu verdanken. Bewirtschaftet wurde die Liether Kalkgrube bis Ende 1986.

Informieren kann sich der an der Geologie Interessierte jetzt auch im Rathaus der Rosenstadt. Und das noch bis zum 26. Februar. So lange nämlich wird die Sonderausstellung im Foyer des Verwaltungsgebäudes an der Wassermühlenstraße zu sehen sein. Während einer Vernissage, an der rund 25 Bürger teilnahmen, wurde noch einmal zurückgeblickt. Thematisiert wurde der lange Weg bis zur Unterschutzstellung der Grube. Sie hätte auch durchaus, wie anderswo geschehen, mit Wasser volllaufen können. Weil jedoch auch das Land von der immensen Bedeutung dieser lokalen Besonderheit überzeugt war, wurde die Liether Kalkgrube Anfang der 1990er Jahre als Naturdenkmal eingestuft. 2006 wurde das Gebiet von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover im Wettbewerb „Die bedeutendsten Geotope in Deutschland“ mit dem Prädikat „sehr wertvoll“ (nationales Geotop) ausgezeichnet.

Seit 1995 besteht ein Betreuungsvertrag zwischen dem Land und dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB). Der SHHB wiederum beauftragte die Kulturgemeinschaft Tornesch mit der Durchführung des Vertrags. Hans-Joachim Wohlenberg, damals Vorsitzender der Kulturgemeinschaft, wurde als Schutzgebietsreferent eingesetzt. Diesen „Job“ übt der Tornescher noch heute aus.

Wohlenberg ist es auch gewesen, der in die Ausstellung thematisch eingeführt hat. Uetersen sei derzeit „steinreich“ scherzte Wohlenberg, seien doch in den Vitrinen Gesteine aus der Liether Kalkgrube ausgestellt. Darüber hinaus stellt die Ausstellung historische und aktuelle Fotos gegenüber, sodass für den Besucher ein Vergleich zwischen einst und jetzt möglich ist. Von der Familie Hell, die von 1930 an den Zechsteinkalk gefördert hatte, war Hermann Hell, Sohn des Firmengründers, erschienen. Er berichtete, wie damals Düngekalk abgebaut wurde. Auch über die Einstellung des Betriebs und den Blitzeinschlag in die Pumpanlage gab er Auskunft . Dieser führte 1989 dazu, dass der Wasserspiegel in der Grube ständig anstieg.

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erstellt am 24.Jan.2014 | 18:10 Uhr

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