Einweihung : Uetersen glänzt beim Krippenausbau

3570844_800x585_506dd0c4a1c07.jpg
1 von 2

Dr. Werner Thissen, Erzbischof von Hamburg und Metropolit der Norddeutschen Kirchenprovinz, war es gestern vorbehalten, die neue Kinderkrippe am Kindergarten „Sankt Ludgerus“ offiziell einzuweihen. Der Bischof segnete alle Räume und zudem die Jungen und Mädchen, zumindest die Anwesenden. Und das waren Kinder der Elementargruppen. Die Kleinen (null bis drei Jahre) befinden sich in ihrer Eingewöhnungsphase und waren daher gestern nicht da.

shz.de von
04. Oktober 2012, 20:06 Uhr

Die beiden Krippengruppen ergänzen das bereits respektable Angebot in der Rosenstadt. Bürgermeisterin Andrea Hansen sagte, dass es inzwischen 82 Krippenplätze in Uetersen gebe. Das sei „eine großartige Gemeinschaftsleistung von uns allen“.

Im internationalen Vergleich hätte Deutschland nach wie vor einen Nachholbedarf. Die Einrichtung an der katholischen Kirchengemeinde trage dazu bei, dass sich das Missverhältnis ändere. „Kinder bedürfen von Anfang an unseren Schutz“, so Andrea Hansen. Man wisse, dass es Kindern gut tue, wenn sie gemeinsam aufwachsen und von Pädagogen betreut würden. Sie bezeichnete die Kinderkrippe als einen Beitrag für die familienfreundliche Stadt, die Uetersen gerne sein wolle. Kindergärten seien eine „kluge Investition in die Zukunft“.

Die mehrjährige Bauphase wurde insbesondere von Dr. Peter Stöber begleitet. Der Vorsitzende des Kindergartenausschusses an der Gemeinde freute sich, den rund 1,1 Millionen teuren Bau nun seiner Bestimmung übergeben zu können. Und er freute sich auch, gemeinsam mit Pfarrer Ansgar Hawighorst dabei viele Gäste begrüßen zu dürfen. Neben der Bürgermeisterin und dem Erzbischof waren unter anderem die Träger und Verantwortlichen der weiteren Kindergärten aus der Rosenstadt gekommen. Grußworte von den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Uetersen überbrachte Pastor Johannes Bornholdt von der benachbarten Erlöserkirche.

Die lange Geschichte des Kindergartens hatte Pfarrer Hawighorst vorab erläutert. Diese sei untrennbar mit der Kirche verbunden und habe gemeinsame Wurzeln. Als 1950 nämlich die neue Kirche gebaut worden war, wurde die kleine Kapelle, in der bis dahin die Gemeindegottesdienste gefeiert wurden, nicht mehr benötigt. Somit war Platz geschaffen worden für den Kindergarten Sankt Ludgerus (Der heilige Liudger, geboren um 742 bei Utrecht; gestorben am 26. März 809 bei Billerbeck, war Missionar und erster Bischof von Münster). In der ersten Zeit haben Katharinenschwestern für die Erziehung der Kinder gesorgt. 1970 wurde der Kindergarten erweitert. Das Bistum hatte zuvor verfügt, die Tagesstätte zu schließen. Doch befand es sich damals in Osnabrück und damit weit weg. So wurde das Veto des Bischofs schlicht „überhört“ und das Pfarrheim in einen Kindergarten umgebaut, erläuterte Hawighorst. Der „Uetersener Weg“ von damals erwies sich als segensreich. Er führte jetzt zur nochmaligen Erweiterung und zum, vorgeschalteten, Abriss des Pfarrhauses.

Vorab hatten das die Kinder bereits musikalisch getan, jetzt war es auch dem Pfarrer vergönnt, sich bei Dr. Stöver herzlich zu bedanken sowie bei allen anderen, die zum Gelingen des Baus beigetragen hätten: beim Kreis, der Stadt, den Handwerkern, dem Architekten und natürlich beim Erzbistum.

Zwischen Kindergarten und Kirche ist ein Foyer entstanden. Es kann zum einen von der Gemeinde, zum anderen aber auch vom Kindergarten genutzt werden. Erbaut wurde es mit Geldern einer zweckbestimmten Erbschaft der Stadt. Die Uetersener Kaufmannsfamilie Guerle hatte das Geld hinterlassen. Verwendet werden sollte es zum Wohle von Kindern. Der Festakt endete mit der Schlüsselübergabe durch Markus Leenen, Baureferent des Erzbistums, an Maren Konetzny.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert