Theater : Uetersen: Ensemble der Hagebuttenbühne spielt gemeinsam mit Schülern

Noch täuschen die derben Scherze, die die Protagonisten austauschen, über die schwelenden Differenzen hinweg.
Noch täuschen die derben Scherze, die die Protagonisten austauschen, über die schwelenden Differenzen hinweg.

Theaterstück ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Ludwig-Meyn-Gymnasium

shz.de von
09. November 2017, 12:30 Uhr

Uetersen | Mit „Der Vorname“ spielt das Ensemble der Uetersener Hagebuttenbühne derzeit am Ludwig-Meyn-Gymnasium. In dieser Gesellschaftskomödie beginnt ein Abendessen mit Freunden und Verwandten ganz harmlos, doch als ein werdender Vater den Namen preisgibt, den sein Sohn tragen soll, eskalieren die Dialoge, und unterschwellige Konflikte bahnen sich ihren Weg.

Rund 100 Zuschauer kamen zur Premiere dieses Stücks aus der Feder von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliére in die Aula und lauschten dem Wortwitz der fünf Protagonisten. Auf der Bühne bereitete sich der liberal intellektuelle Literaturprofessor Pierre, gespielt von Oliver Rühmkorf, und seine Frau Élisabeth (Marnie Rühmkorf) auf ein gemeinsames Abendessen mit Élisabeths erfolgreichem Bruder Vincent (Jan Rehbein), dessen schwangerer Frau Anna (Carolin Gill) sowie Élisabeths Jugendfreund Claude (Hendrik Bohn) vor. Innensicht in die Figuren vermittelte dem Publikum zunächst Vincent, der die Gastgeber und ihre Gäste kommentierte und charakterisierte. „Claude ist nicht aufbrausend, nicht unehrlich, irgendwie ist er immer ‚nicht‘“, erfuhr es das Publikum. Und: „Claude ist dieser Typ Mann, zu dem man geht, wenn man Kummer hat, sie sind echte Freunde seit langer Zeit.“

Als die Gäste dann die Bühne betreten, wirkt zunächst noch alles im Lot, wenngleich sich in der Derbheit der Scherze schon Missstimmungen anbahnen. „Hast du eine gute Autoversicherung?“, fragt Vincent seinen Schwager. „Wieso?“, erwidert der. „Ich habe einen kleinen Kratzer in das Auto unten gemacht und deine Telefonnummer hinterlassen“, behauptet Vincent, und er selbst lacht am lautesten über seinen Witz.

Als Vincent später am Abend verkündet, welchen „schockierenden“ Namen sein Sohn tragen soll, ist die Runde mehr als aufgebracht, und die Zuschauer werden Zeugen der bissigen Entgleisungen eines Dinner-Abends. Die stetig eskalierenden Diskussionen fördern unbarmherzig lang schwelende Konflikte und gut gehütete Geheimnisse zutage.

„Diese Inszenierung ist Teil unseren Ehemaligenprojekts, das wir von Zeit zu Zeit auf die Beine stellen“, erläutert Regisseur Andreas Gunst. In dieser Gemeinschaftsproduktion von Hagebuttenbühne und LMG stehen daher auch insgesamt vier ehemalige Schüler des Gymnasiums auf der Bühne, und drei Jugendliche der LMG-Theater-AG sorgen während der Aufführungen für die technische Umsetzung.

„Der Vorname“ ist noch am 10., 11., 17. und 18. November, jeweils ab 19.30 Uhr, in der Aula des Ludwig-Meyn-Gymnasiums zu sehen, der Eintritt kostet acht Euro, mit Ermäßigung fünf Euro. Eine Kartenreservierung ist unter www.hagebuttenbuehne.de möglich, Karten gibt es zudem bei der Theaterkasse Moorrege.
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